Ankündig ung
eine v
neuen Lehrmethode zur Bildung des Anstandes , der Grazie, der feinen Lebensart und des gefälligen Aeuffern.
Für •
die Me Jugend, das Mittelalter, Erzieher und Erzieherinnen.
Das Aeussereist unstreitig das Erste, tvvräus gesehen wird, worauf die Blicke der meisten Menschen zuerst fallen.' Gefällt mm dieses nicht, so ist es nur ein Ohngefähr, ein Gerathewohl, werrn Verstand und Tugend nach ihrem Werthe tarirt werden. Man muß schlechterdings die Sinnen der Menschen zuerst ange- uebrn reizen, wenn Man auf sie eitlen vortheilhaften rrnd dauernden Eilldruck machen, rrnd seine übrigen, wirklich inneren Werth besitzenden Eigenschaften erkannt wisset; will.
Ein Mensch, der die Kunst rricht versteht, mit Anstand und Grazie vor am Hern zu erscheinen, sich in jedem Verhältnisse so zu benehmen, wie es die Natur dieses Verhältnisses erheischt, sich von einer Seite zu zeigen, die dem Auge seiner Beobachter schmeichelt, und m alle seine Bewegungen und Handlungen, Mienen, Gebährden und Sprache, Stellung, Blicke, Händehaltnng und Gang, mit einem Worte, in sein ganzes Thun und Lassen, etwas Angenehmes , Reizendes, Harmonisches , seinem eigenen, wie dem Charakter jedes Einzelnen, mit dem er es nr thurr hat. Entsprechendes"zu legen : ein solcher/Mensch, er mag übrigens so vollkommen seyn, als er wolle, er mag der Tugendhafteste, der Gelehrteste- der Geschickteste seyn, wird demungeachtet den Beifall der feinen; Welt, nicht erhalten.
Den Menschen, nach seinem inner« Gehalte zn schaßen, dazu gehören man, cherlei Kenntnisse, scharfer Beobachtungsgeist , Verleugnung seiner selbst, Seit Gelegenheit; Bedingungen, die man nicht bei jedem Einzelnen vorausseßen kann Im Allgemeinen nimmt uns die Welt so, wie iuiv sich uns ihr von aussen zeigen. Cs ist daher unsere Pflicht , uns so darzustetten, daß sie Wohlgefallen an uns beim ersten Blicke finde, und uns der Mühe werth halte, zu untersuchen, wie wir auch von innen beschaffen sind. Dazu kommt noch, daß sich sogar in vielen Stückelt der innere Merlsch durch den äusseren verräth. Den ordentlichen, ge, schick,


