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Von natürlichen und künstlichen verbesse- rungs - Mitteln der wiesen.
(Verfolg.)
Auch wird der Kohlenstaub zur Düu- guug der Wiesen angeprieseu. Allein Wallerius (in seinen Chemischen Grundsätzen des Ackerbaues, C.XV. §. 8. c.) bezeuget, daß er durch sein eigenes Wesen zur Ernährung der Pflanzen nichts beitragen könne, weil weder einiges Fett, noch was Gesalzenes mit dem Wasser aus den Kohlen gezogen werden könne. Und hiemit stimmet die Erfahrung völlig überein. Denn wenn eine Materie ihr Fett oder ihre Salze einer Pflanze mittheilen soll, so leidet ein solches Ingrediens eine Modifica- tiou, in dem seine Theile aufgelöset werden, und wenigstens einige derselben in die Pflanze übergehen, und während ihrem Wachsthum werden diese Nahrungssäfte in einen der Pflanze ähnlichen Stoff verwandelt. Eine solche Mo- dification gehet aber mit den Kohlen nicht vor, folglich auch nicht mit dem Kohlenstaube, soudern mäu kann sie nach vielen Jahren noch unverändert und unvermindert wieder finden, und aus dieser Ursache ist also dies kein Dünger für die Wiesen.
Ganz anders aber ist es mit dem Ruß beschaffen, der als ein gutes Düng- mittel allerdings angewendet werden kann. Vor dem Gebrauch werden die gröbsten Stücke zerschlagen und auf der Wiese umher gestrcnet, so daß er nirgends gehäuft lieget. Die Engländer schätzen ein einziges Malter Ruß, der bei ihnen nur vom Steinkohlenranche entstehet, und bei weitem nicht die Güte hat, als der vom verbrannten Holze, einem ganzen Fuder Dünger gleich. Und allerdings hat er seinen Nutzen auf den Wiefels, und befördert durch sein eige
nes Weseu das Wachsen der Pflanzen so gut, wie der beste Dünger,
Auf deu Grummetwiesen geschiehet es wohl, daß das lezte Gras wegen anhaltender schlechter regnigter Witterung nicht getrocknet werden kann, soudern faul und zu Heu ganz untauglich wird. Der Landmann pflegt solches alsdenn auf seine Miststätte zu bringen und den Dünger zu vermehren. Besser aber ist es, solches überall auf der Wiese auszubreiten und im Frühlinge abzuharken und auf die Miststätte zu bringen. Es dünget aufsolche Art die Wiese ausserordentlich , und das junge Gras kömmt früh und stark hervor.
Auch der Leimen von den Wänden der Gebäude, die eingerissen werden, ist, wenn er auf die Wiesen umherge- strenet wird, ein gutes Mittel solche zu düngen. Nur muß er nicht zu dick aus- gesireuet werden, weil er sonst das Gras erstickt.
Au einigen Orten bedienet man sich auch der Sägespäne zur Düngung der Wiesen. Auf dem Harze z. B. um Clausthal und den übrigen fünf Bergstädten kann wegen des früh eiutreten- den und lange dauernderl Winters gar kein Ackerbau getrieben werden. Desto schöner ist dagegen die Viehzucht in dieser hochbelegenen Gegend. Weil nun alles Stroh ein paar Meilen heraufgeholt werden muß, und dadurch sehr kostbar wird, so gebrauchen sie kein Stroh zum Unterstreueu, sondern bedienen sich statt dessen der Sägespäne, die den Kühen , so oft der natürliche Auswurf derselben zur Seite gefegt worden, welches jeden Tag sehr oft geschiehet, unterge- streuet werden. Auf die Art werden sie mit dem Mist vermenget, und auf dre Wiesen gebracht, die gewöhnlich mit sehr vielem und dem herrlichsten Grase bewachsen sind, und man merkt nicht, daß sie, wie einige vorgeben, das Gras sauer machten.


