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Von natürlichen und künstlichen Verhesse-- rungs-Mitteln der wiesen.

(Verfolg.)

Andere sind befriedigte Wiesen, und diese sind die allerbesten , weil sie so wer uig im Frühjahr, als im Herbste mit Vieh betrieben werden dürfen, es wäre denrr, daß man den Nachwachs vom Grafe mit eigenem Vieh abjvHden wollte.

Einige Wiesen haben die vortheil^ hafte Lage, daß sie von allen Seiten mit arrbaren Ländereien umgeben sind.; andere aber liegen an Wegen, oder es gehen gar Fuhuvege und Fußsteige darr über her. Diefe werden oftmals über- schritten ,- und mehrere Wege nebenher gemacht. Dadurch wird viel Gras ver- nichtet und verdorben, und es ist solches eine über alle Maaße lästige Servitut.

Noch schlimmer ist es, wenn Fahr- wege neben einer solchen Wiese hmlan- fen. Denn bei tiefen Wegen suchen die Fuhrleute gerne den härftrn Boden der Wiese, und beschädigen solche durch Pferde und Wagen.

Stößt auch die Wiese an einen Wald, so gereicht ihr solches oftmals zum gro- ßen Nachtheile. Die Forsten find der gewöhnliche Aufenthalt des Wildes, wel- rhes zur Nachtzeit seine Wohnungen ver- läßt, und was ihm denn am nächsten liegt, ist seinem Anläufe ausgesetzt. Am Tage hüten auch wohl zahme Heerden in den Wäldern, und oftmals schleichen einige Stücke Virh heraus und verzehr ren das Gras, das zum Winterfutter bestimmt war. Auch die Hirten, die eigenes Vieh zwischen der Heerde haben, wissen solches so abzurichten, daß es im­mer seitwärts ab - und auf fettere Nah­rung ausgehet. Auch die Sonnenstrahl len treffen oftmals nur wenig oder erst spät dahin; die Bäume breiten einen großen Schatten über solche Wiesenaus,

und hindern ben freien Strom der Luft die dcu Pffaiizr» zum Wachschum und Nerfwerden unerttbehrlrch ist.

kommt es', daß das Rindvieh dergleü chen an schattigen Orten gewachsenes Gras und Heu lclten anders, als durch Hunger gezwungen, frißt. Die Wiesen werden von Moos bedeckt, und allerlei Buschwerk , als z. B. Himbeer - und Brombeerstanden wuchern in den Wie- ser'grund ein. Selbst das Henmachen gehet in solchen eingeschlossenen Wiesen nicht so leicht von statten, und der Thau 'hält sich daselbst natürlicher Weise weit länger auf. Ans diesem allen erhellet also, was für ein großer Unterschied zwischen den an Gehölzen, und den im Freien und auf den Althöhen gelegenen Wiesen sey.

Endlich entsteht arrch eine Verschie­denheit der Wiesen ans der nahen oder weiten Entfernung, in welcher sie von der Wohnung des Besitzers liegen. Je öfterer und geschwilider man mit d?m Heuwagen dahin kommen kann, ist un­gleich besser als eine andere, nach der man weit zu fahren hat. Auch ist eine nahgelegene Wiese in Ansehung der Ar­beit besser, weil sie bei etwaigem Re­gen leicht nach Haufe kommen, und nach demselben bald wieder auf der Wiese seyn können. Auch sind sie den Diebe­reien, Abhütungen und andern Beschä­digungen nicht so sehr ausgesezt, als die ensferntern.

Von allen diesen Wesen, die wohl von der Natur angelegt, und vermuth- lich seit Jahrhunderten in solchem Stande gewesen sind, darin wir sie gefunden ha­ben, sind aber die künstlichen Wiesen sehr unterschieden. Denn diese wurden zum Getraidebau genützet, jezt aber wer­den sie mit solcher! Manzen bestehet,. Die allein zum Viehfutter' verwendet werden.

Ohne Viehfarm die Landwirthfchaft nicht bestehen. Dies aber kam; nicht er­halt