rlmg dieser Vorschläge schon allein hinsichtlich der Verbesserung der Wiesen, mehr aber noch muß ich sie him tlich des dadurch zu erreichenden — oben angegebenen doppelten Zweckes empfehlen.
Ich erlaube mir nun noch folgende Vorschläge:
' i) Es wäre zu wünschen, daß die Wieseck auch oberhalb der Gänsemühle regulirt, und daß diese, in je/ 11 Fall doch wohl nur geringe, Mühle gänzlich cassirt würde. Sollte aber diese Mühle beibehalten werden, so 'rde zu Abwendung der häufigen Ueberschwemmungen der unterhalb dieser Mühle gelegenen Wiesen, es nötM n, daß gleich oberhalb dieser Mühle ein neuer, durch ein gehörig regulirtes Wehr abzuschliesender Flachdach ch der daselbst an der linken Seite der Wieseck befindlichen Tiefung gegraben, und solcher nach einer schicklichen chtnng eine Strecke unterhalb der Mlihle wieder in die Wieseck eingemundet würde, so daß die jetzige Wcescck |t der Gänsemühie bis zu dieser Einmündung kiinftig mehr nur als Mühlgraben diente. Mit der Erde aus sem zu grabenden Fluthbache würde an dem rechten Ufer desselben ein förmlicher Damm anzulegen seyn. rner würde von da, wo dieser Fluthbach der Anhöhe am nächsten kommt, von dem Bache bis zu der Anhöhe ! Dämmchen aufzuwerfen seyn, damit die oberhalb dieser Mühle nach wie vor austretenden Ueberschwemmungen ischen diesen Dämmen nothwendig wieder in den hinlänglich weiten und tiefen Fluthbach sich wieder sammeln löten; und durch denselben und die Wieseck in die Lahn geführt werden könnten. Das Nähere dieses P'rojects be ich mit dem Herrn Wasserbaumeister Kohl er man an Ort und Stelle besprochen.
2) Ich habe Ursache zu vermuthen, daß die Versumpfung und Versauerung der Wiesen zum Theil von uellen mit herrühren, weiche bey anhaltendem Regenwetter am Fuße der Anhöhe in der Gegend des Philosm Mwäldchens zu Tage kommen. Sollte diese Vermuthung nach desfalls bei nasser Witterung anznstellenden Beob« htungen , sich bestätigen; so würde nöthig seyn, diese Quellen, durch einen an dem Fufw der Anhöhe zu. fühl idrn kleinen Graben, aufzufangen, und daraus mittelst Schlitzgräben in die Wieseck zu führen.
: 3) Es würde gut seyn, und die Anschwellung der Lahn und Wieseck bei hohem Wasser um etwas vermin
!rn , wenn die Lahn unterhalb der neuen Mühle durch einen Durchschnitt gerade gefüyrt würde. Sollte maß h hierzu jedoch nicht entschliesen können und wollen; so würde rathsam seyn, die von der Lahn und Wieseck iß v Ausmündung der letzteren gebildete Landspitze mittelst eines etwa zwei Ruthen langen Dammes von geworft n Steinen dergestalt zu verlängern, daß der Zusammenfluß der Lahn und Wieseck spitzwinkliger, wie jetzt, ürde.
4) Es dürfte nöthig werden, in der Nähe des Setzer Thores auf einer kurzen Strecke das Ufer des Stadt abens durch eine gehörig fundamentirte Futtermauer zu sichern.
i 5) Nach bewirkter Vertiefung der Wieseck wird es nöthig werden, für die Bewässerung der Wiesen si rgen. Die beabsichtigte Bewässerungen können von zweierlei Natur seyn. Einmal kann man die Fluchen, welch ,>i der vertieften Wieseck aus dem Ufer nicht treten würden, in manchen Jahreszeiten über die Wiesen leiten wol !n, um diese zu düngen, und dann kann man in trocknen Jahrszeüen blos so viel Wasser auf die Wiesen leim ollen, um diese gehörig feucht zu erhalten. Die zu tretenden Bewässerungsanstalien müssen verschieden ausftl 'n, je nachdem man die eine oder die andere Bewässerung beabsichtiget.
i Giessen den 27ten Iuly 1818,
Kröncke.


