Ausgabe 
14.9.1816
 
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) 156 (

Di- Eroberung von Giessen a, 1327.

( Verfolg.)

Der Zeitpunkt, in welchen die Be­lagerung von Giessen fallt, ist das Jahr 1327. Die meisten Chroniken- schreibet geben zwar 1320 an: allein- baß diese Angabe falsch sey, ergiebt sich aus zwey Urkunden, von welchen die eine Gudenus, die andere Würdtwein, aufbewahrt haben. In der ersten bekennt Graf Ulrich von Würtenberg, daß er an den Erzbischof Matthias zu Mainz alle seine Rechte an der Stadt Lauffen verkauft habe. Am Ende heißt es : Diz geschah in dem Besesse vor den Giezzen, da man schrieb druzenhundert Jar und in dem sieben und zweintzigsten Jar, an dec Milwochen nach^ Sant Laureucien Tage."

Die andere Urkunde enthält den Verkauf über die Stabt Magenheim, über Brackenheim, Güglingen und Blankenhorn, von Seiten des Grafen Ulrichs von Würtenberg und des Mark­grafen Rudolf von Baden genannt von Pforzheim, an den Erzbischof Matthias. Der Schluß derselben ist, der gegeben wart vor den Geissen, an der mikwochen nach sanct Lauren- cientag, do man zalte von Christs Ge- durd dritzenhundert jare in dem siben und zwentzigsten jare."

Di^se beiden Urkunden zeigen, daß die Belagerung von Giessen keine ge­ringfügige Begebenheit war, weil beide aus dem Feldlager vor Giessen datirt sind. Es läßt sich aus denselben auch noch auf folgende Punkte ein richtiger Schluß machen.

a) daß der Erzbischof Matthias per­sönlich bey der Belagerung zuge­gen war, weil diejenigen, welche

mit ihm verhandelten, in feinem Feldlager erschienen.

b) Daß der alte und ursprüngliche Name der Stadt zu dem Gies­sen ( Giezen, Geissen, Geizen) ist.

c) Daß der Zeitpunkt der Belage­rung von Giessen in den Monat August fällt, in welchen der Lo­renztag gehört.

Das Mainzische Heer mit seinen Verbündeten zog auf Frohnleichnams- tag von Amöneburg aus und setzte sich an der Lumda fest § denn der Erbprinz und Mitregent Heinrich, der nachmals den Zunamen des Eisernen erhielt, ver- theldigte noch einige Zeit die Gegend. Es i|t wahrscheinlich, daß das Dorf Mainzlar hiervon seine Entstehung und seinen Namen (Lager der Mainzer) bekommen hat. Endlich wurde Gies­sen umzingelt und die Belagerung be­gann.

(Der Verfolg künftig.)

Bekanntmachungen.

1) Nachdem«: der hiesige Michae­lis-Markt wegen denen einfallenden jüdischen Feiertagen auf Mittwochen den 18tenSepr verleget worden, so wird dieses zur Nachricht der Handels­leute hierdurch bekannt gemacht.

Giesen den 28ten August 1816.

Grosherzogl. Hess Stadt-Amt. R a y ß.

2) Da der Herr Assessor v. Rissel allhier entschlossen ist, seine beide Grundstücke, als

1/2M 14 R. 3 Sch Garten zwischen dem obersten und Mittlern Riegel­pfad , neben dem Schicferischen Garten gelegen, und

1/2 M. 32 R. Garten daselbst an vo­rigem ,

auf 3 bis 6Jahre öffentlich an den Meist-