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Die Bedrängnisse des 30 lahrtgen Lrregs.
(Befchiüs.) 1647.
Landgraf Georg H. beschickte den allgemeinen Friedenskongreß zu Münster und Osnabrück durch seinen Kanz- iier Anton Wolf von Todkenwart rund den Universitäts-Vicekanzler Just Si- nolt genannt Schütz. An dieLandgra- fin nach Cassel schickte er Christoph von SSotneburg als Gesandten und bot zum Frieden die Hande. An den Schwedischen Feldmarschall Wrangel schickte er ' den General von Eberstein und den Rath Joh. Wtlh. Scheffer. Bey allen diesen Friedensverhandlungen herrschte Krieg und Zerstöhrung im Lande. Die Hess. Casseltschen bemächtigten sich des Schlosses zu Nidda. In Königsberg wurde wenig Tage vor Pfingsten Thurm und Schloß von den Schweden mit Pulver gesprengt, wobei auch die Kirche in Trümmern zusammevfiel und die Hälfte der Stadt abbrannte. Den 23. May wurden hier 4Soldaten beerdigt, welche von einer Hess. Caffelischen Skrelf- parthie erschossen worden waren. Der Kaiserlich- Feldherr Melander machte zu Ende des Jahres noch den Versuch, Marburg dem Landgrafen wieder zu erobern. Er verwüstete alles um die Stadt, ließ sic ausplündern, die Mauern niederreissen, die Thnrme an den 4 Thoren sprengen und schleppte einige der reichsten Bürger mit weg Vor dem Schloß, das der Obriste Stauff treflich vertheidigte, mußte er aber unverrichteter Sache wieder abziehen. Auch in diesem Jahre wurden hier 100 mehr beerdigt, als gekauft.
1648.
DiN 7. Merz reiste der Erbprinz Ludwig VI., mit dem Virestatthalter
von Pleß, dem Vlcekanjler Fabrleius und den Rächen Dieterich uud Ebel, von hier zu der Landgräfin Amalie Eli- sabeth'mit Friedensvorschlägen. Durch die Bemühungen Herzogs Ernsts des Frommen von Sachsen Gotha kam endlich der lang gewünschte Vergleich zwischen den beiden befreundeten Häusern zu Stande. Herzog Ernst brachte die Punkte selbst hierher zu dem Landgrafen. Der Erbprinz kam mit den Gesandten den 19. April wieder hier an, nachdem er fürstlich unterhalten und beschenkt worden war. Den 29. Nov. wurde im ganzen Lande das frohe Dankfest wegen des abgeschlossenen Friedens zu Münster und Osnabrück gefeiert.
1649.
Die Schwedischen sowohl als die Französischen Friedensexecutionsvolker drückten das Land hart. JndcmOber- fürstenthum war das Schwedische Regimenr deck Obristen von Hunolthau- sen vertheilt, in der Obergraffthaft waren Französische Völker. Da man die grosen zu Befriedigung dieses Miiitairs erfoderlichen Summen int Laufe des ganzen Jahrs nicht auszubringen vermochte, so dauerte die Execution fort. Denn die Einkünfte des Landes hatten sich ausnehmend vermindert , da in den meisten Städten und Dörfern die Zahl der Einwohner kaum den vierten Theil derjenigen betrug, welche beim Anfang des 30jährigen Krieges statt gefunden hatte. Endlich fand man durch Anleihen Mittel , die Summen zusammen zu bringen, die Truppen zogen ab, der Friedens-Executions-Hauptreccß wurde in Nürnberg aufgcsezt, und den 23. Jul. 1650. wurde deswegen im ganzen Lande das freudige Lob- und Dankfest Seftiett. *
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