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Die, . Bedrängnisse des sojahngm Rriegs.

(Verfolg.)

Äie lang ersehnte Vereinigung der Schweden mit der Französischen Ar­mee unter Turenne war den 31. Jul. bei Giessen erfolgt. Zu eben dieser Zeit war das vereinte Kaiserlich Bai­rische Heer, 30,000 Mann stark, aus Franke» nach bcr Gegend von Fried­berg und Butzbach gezogen; der Land­graf zog ihnen mit den ©einigen ent­gegen und freute sich der neuen Be­schützer. Die Kaiserlichen zogen nach der Gegend von Amöneburg, wo Ge­neral Melander mit Kaiserlicher Rei- terey zu ihnen stieß. Es sielen öftere Scharmüzel vor und viele Dörfer wur­den ausgeplündert. Bei Hombergs an der Ohm wurde ein Treffen geliefert, in welchen die Kaiserlichen und Bairi­schen geschlagen wurden. Aus dieser Ursache, und wegen Mangel an Brod und Fütterung, da.das gänzlich aus­gesogene Land durchaus nichts mehr zu liefern vermochte, auch wegen der vie­len tobten Pferde, zog sich diese Armee nach der Pfalz und Franken zuruck, und die Schweden ihnen nach. Homburg an der Ohm und Schweinsberg wurde von den Niederheffen besetzt.

Jezt begann die Scene des inner­lichen- Krieges in. Hessen, jeden Tag fioß Blut und der Jammer des Landes erreichte den höchsten Gipfel. Im An­fang hatten die Darmstädtischen Trup­pen die Oberhand, aber die alten sieg­gewohnten Krieger und die mächtigere Schwedische Hülfe verschaffte den Cas- selischen den Sieg. Der Hess. Darm- städtische Genera! von Eberstein nahm mit 16. Schwadronen Reuterey und 120$. Mann Fußvolk Kirchhain weg. Der Hess Casselische General Geiß kam zum Entsatz zu spat und wurde selbst

bei Ziegenhain geschlagen, worauf die Darmstädter auch die Schlösser Blan­kenstein und Rauschenberg einnahmen. General Geiß verstärkte sich hierauf durch die Vereinigung mit dem Schwe­dischen General Löwenhaupk. Gene­ral v. Eberstein bekam Kaiserliche und Kurköllnische Hülfsvölker durch den General Melander, und der Kurfürst von Sachsen, selbst von seinen Feinden bedrängt, schickte dem Landgrafen sei­nen Schwiegersohn, 6 Schwadronen Reuter. Der Krieg bestand nun aus täglichen Gefechten, an denen auch das Landvolk Theil nahm. Einst wur­den die Darmstädter von dem Schloß zu Biedenkopf weggeschlagcu und bis in die Gegend von Wetzlar verfolgt. Bei Frankenberg fiel endlich ein ent­scheidendes Treffen vor den 5. October, in welchem die Darmstädter 500 Todke, 000 Gefangene, 12 Fahnen und 2Ka- nonen verlohren. Entscheidend war es um deswillen, weil gleich darauf der Schwedische General Königsmark mit seinem Heerhaufen aus Franken zu- rückkam. ©er' Landgraf vermochte der gröftren Gewalt eicht mehr zu wider­stehen. Königsmürk eroberte Kirchhain, das mit 400 Darmstädtern besetzt war. Der Casselische General Mortaigne nahm Merlau, Grünberg, Blanken­stein, Friedberg ein, Königsberg, bei welchem ein früherer Angriff der Cc<ste­ll scheu Truppen durch aus Giessen aus­gerückte Mannschaft abgeschlagen wor­ben war, mußte sich nun auf Disere- trou ergeben.

Verstorbene zählte man in diesem Jahre in der Stadt 517, Getaufte un­gefähr die Hälfte.

( Der Verfolg künftig.)

Bekanntmachungen.

1) Louis Crieton, aus Fon- defro , empfiehlt sich mit einem Assorti­ment