Ausgabe 
17.7.1813
 
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Die Bedrängnisse des 30 jährigen Lriegs.

1621.j

Herzog Christian von Braunschweig, Administrator von Halberstadt, hakte, zu Verkheidigung des Kurfürsten Frie­derich von der Pfalz, ein Heer zusam- menqebracht, welches er durch Erpres­sungen und Rauben unterhielt. Nach­dem mehrere Fürsten in Nieder- und Obersachsen stch zu Vertreibung dessel­ben verbunden hakten, zog er sich nach dem Main zu und bemächtigte sich der Stadt Amöneburg, als eines haltba­ren Platzes, durch List, indem er vor- gad, er verlange blos den Einlaß, um Proviant zu kaufen. Er besetzte auch Las Mainzische Städtchen Neustadt und Las Buseckerthal, um einen ofnen Weg nach der Pfalz zu haben. Landgraf Ludwig V, ein Freund des Kaisers und der Lige, wollte ihm den Durchzug nicht gestatten; es^wurden von beiden Sei­ten Botschafter geschickt und Schriften gewechselt, worauf der Herzog dem Landgrafen den Krieg erklärte, zum Beweis desselben zwei) Dörfer in die Asche legre, und die Aemter Alsfeld und Homberg an der Ohm besetzte. Wahrend dieser Unterhandlungen hatte Tylli Zeit gewonnen, den Bairischen General Grafen von Anholt mit Spa­nischen und Bairischen Truppen, zu de­nen sich noch, einige Bataillons Hessen Darmstädter und Mainzer gesellten, aus der Pfalz abzufchicken. Dieses Heer zog den 20 Dec durch Giessen und an eben diesem Tage fiel ein T eft fen vor. Oie Braunschweiger, u nge­fähr 16000 Mann stark, hatten sich auf dein Felde zwischen Altenbuseck und Grosenbu eck in einer Wagenburg ver­schanzt, und em Theii stand von der­selben in Schlachtordnung. Die Armee brr Verbündeten, ungefähr von gleicher

Starke, griff diese von mehreren Sei­ten mut big an und es gelang ihr, sie zu überwältigen. Der Erfolg war, daß die Braunschweiger, mit Zurück­lassung von etlichen hundert Tobten, eilig ihren Rückzug nach Westphalen nahmen, und diesen mit Mord'und Brand bezeichneten.

In Giessen herrschte damals grose Furcht vor einer Belagerung, selbst die Studenten schickten sich an, die Uni­versität zu verlassen. Der damalige Rektor D. Winkelmann, em Mann von Muth und von eindringenbem Vorkiag, stellte ihnen vor, daß die Gefahr we­der nah, noch furchtbar sey. Sie be­schlossen sämmtlirh, nicht nur in der Stadl zu bleiben, sondern auch, bei) einer Belagerung, den Wall verkheidi- aen zu helfen. Eie liefen sich daher eine Fahne von grün und gelbem Lasst verferrigen, auf welcher mir goibenen Buchstaben stand

Litteris et armis ad utnunque parati« Die Fahne wurde, nach Entfernung der Gefahr, feperlich in der Bibliolhek ausgestellt.

(Der Verfolg künftig.)

Poligey - publicanda.

1.

Da die neuerlich beschehene Herab­setzung des Ochsenfleisches von 12 auf 11 Kreuzer in der Absicht und Erwar­tung geschehen, daß die hiesigen Mez- ger sich dadurch würden bestimmen las­sen, gutes und ausgrmastetcs Vieh zu schlachten , in welch m Falle der Preis des Ochsensteifches wiederum auf 12. K euzer gefetzet werden sollen , die Er­wartung aber keineswegs eingetroffcn, vielm hr dieselben fortgefahren, schlech­tes , ja zum Theil noch chlecbteres Viel) zu schi 'chtei,, so ist das Ochsenfleisch voss eilf auf zehn Kreuzer, mitJnbe- gvif