Ausgabe 
11.12.1813
 
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Die

Bedrängnisse des c-o jährigen Rriegs. ( Verfolg.)

Oer Schwedische Oberfeldherr Wrän­ge! kam von Stadtbergen, zog zwischen Gleiberg und Vetzberg durch Die Frucht­felder durch, und setzte sich den 23ten May an der Lahn, in der Gegend von Wetzlar, fest. Mil ihm vereinigte sich das Corps des General Königsmark und des General Geiß. Diese Verbun­denen machten ein Heer von 20,000. Mann aus. Königsmark zog vor Amö­neburg , nahm die Stadt ein und machte die Hessen < Darmstabtische' Besatzung von 90Fußgängern und 60Reutern zu Gefangenen. Geiß zog vor GlUberg, der erste Sturm , den er mit 6 Sturm­leitern und 2Petarden that, wurde ab­geschlagen , so baß die Niederhcssen mir 2Wagen Todter und Verwundeter ab- Zrehen mußten. Da die Stürme wie­derholt wurden und die Belagerten an Brod und Wasser Mange! litten, schritt der Hessen-Darmstädtische Hauptmann Hoffmann zum Accordund erhielt frcyen Abzug nach Giessen, den 6. Jun. Das Schloß wurde hierauf verbrannt und zerstört. Königsmark hatte damals sein Lager um Wißmar, Geiß nm Launs- bach und Crofvorf, der Schwedische Oberfeldherr Wrangel, bei dessen Heer allein man 1900 Wagen zahlte, hatte Heuchelheim, Atzbach, Kinzenbach und Rodhe.n? besetzt, hi Wetzlar lag der Schwedische'General Rodert Douglas. Alle Früchte im Feld wurden bei die­sen Feldlagern niedergetretten, kein Bauer behielt das geringste von Früch­ten und Fütterung im Hause, und alle Pferde wurden weggenommen.

Die Schweden foderken damals von dem..Landgrafen, daß er ihnen Giessen einraumen sind die Kaiserlichen , Regimenter we,«schicken sollte. Beides

wurde verweigert. General von Eber- stein zog sein Heer unter den Wallen von Giessen zusammen. Da wegen anhaltender Dürre der Wallgraben ziemlich seicht war, gedachten die Schweden den 12. Jul. in der Morgen­dämmerung die Stadt zu überrumpeln und kamen mit Faschinen und andern Werkzeugen, um Graben und Walle zu übersteigen. Sie fanden aber die Garnison und Bürgerschaft auf dein Wall zu ihrem Empfang bereit und zogen daher ab. Sie machten hierauf -Anstalten, Bomben in die Stadt zn werfen. Jedermann bangte vor den Schrecken einer Belagerung und Be­schießung, als Gottes Güte auch die­ses Unglück von der Scadt abwendete. Nemlich cs entstand den 1g. Jul. ein so starkes Gewitter mit Hagel und Platzregen, baß das Wasser l efin allen Feldlagern stand und die angebundenen Pferde sich losrissc» und theiis in Der Lahn umkamen, thcils sonst zerstreuet wurden, so daß die Soldaten selbst bekannten , Gott streite für diese Stabt. Sie Feinbe hielten sich darauf, wegen des andauernden Regens und Morastes, ziemlich ruhig. Den 29. Jul. schickte der Landgraf den Superintendenten 1). Feuerborn als Abgesandten in bas Schwedische Lager nach Heuchelheim, welcher von dein Schwedischen Gene­ral > Feld - Superintendenten M, Mi­chael Ludovici freundlich ausgenommen, und in des Schwedischen Assistenzra- thcs Alexander Erskine Gezeit geführt wurde. Nachdem er die Nacht in dem Zelte des Feld - Superintendentln zu­gebracht halte, wurde er am andern Morgen zu dem General-Fel dinarschaü Wrangel gebracht. Hier sprach er mit solcher männlichen eindringenben Be­redsamkeit dem Lauvesfürsten und der Stadt, zum Besten und stellte die allge­meine Nock) so dringend vor, daß dec genannts