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Die Bedrängnisse des 30 jährigen Rriegs. (Verfolg.)
1622.
Herzog Christian von Braunschweig brandschatzte, nach seinem Rückzug, die geistlichen Stifter und Bißthümer in Westphalen. Als ihm auch, hier der Graf von Anhalt folgte, zog er sich «ach dem Fuldischen, und von da an den Main. Wahrend dieses furchtbar reu Zugs, welcher die Wetterau traf, hatte Darmstadt und die umliegende Gegend einen furchtbareren Feind. Manßfeld überfiel, nachdem er in der Gegend von Darmstadt Früchte, Vieh, Wein u. a. weggenommen hatte, plötzlich diese Stadt feindlich, nahm sie ein und führte den 23. May den Landgrafen Ludwig V. und dessen zweiten Prinzen Johann gefangen weg. Der Verlust der Schlacht dey Höchst machte den Kurfürsten Friederich von der Pfalz, der damals Manßfelden für seinen Feldherrn erklärt hatte, nachgiebiger, und er gab, nach einer Haft von 4 Wochen, dem Landgrafen und den Prinzen die Zreyheil wieder.
In diesem und den folgenden Iah, rrn entstand durch die zu leicht ausge- münzten, verfälschten, kupfernen Münzen große Verwirrung und Noch. Die Wechsler ( Kipver und Wipporch) wechselten die alten Gcldforten ein, man prägte leichte geringe Münze aus und bezahlte damit die Soldaten. Dadurch stieg ein Thalerstück auf 6, ja an manchen Orten auf 10 fi. Scheidemünze. Alle Lebensbedürfnisse stiegen erstaun, lichstm Preise, zwischen Schuldnern und Gläubigern entstanden wegen der Rückzahlungen schwer zu schlichtende Streitigkeiten.
1626.
Den 16. May ist das Korn und das Obst in dm Lahn i und Raingegen
den erfroren, so daß bei der Erndte eine Menge gar nicht ausgedroschen wurde. Das Korn, wovon das Achtel um Oster» noch 2 Rrhlr. galt, schlug so geschwind auf, daß zu Ende des Mai'ö ein Achtel mit 4Rthlr. bezahlt werden mußte. Ein Achtel Gerste galt 3Rthlc., Waizen 4Köntgöthaler < Bra- baudter Thalcr, von König Philipp II« in Spanien so benannt), eine MaaS Wein 12 Aldus. Das Rind - und Schaafvleh war dagegen nicht theuer. Ein Kleud Wolle kostete 3 Rönigsrhar ler. Erst nach Michael nahm diese Theurung ab.
Die Pest zeigte sich im Hüttenberg, hauptsächlich in Atlendorf, auch in Leihgestern und Watzenborn. Es wurde Niemand, der aus diesen Ortschaften fom, an den hiesigen Thoren eingelassen.
(Der Verfolg künftig.)
Edi? ra lladungen.
Zur Berichtigung des Nachlasses von dem, in Spanien an seiner erhaltenen Biessur, verstorbenen Großher, zoglich Hessischen Major von Schmal, kalder vom Regiment Großprinz, aus Giesen geoürng, hat man zu wissen nö, thig , ob jemand noch Ansprüche an diesen Nachlaß zu machen habe. Zu dem Ende werben die erwaigen Gläubiger des besagten Erblassers hiermit öffentlich aufgefordert, sich mit ihren Forderungen innerhalb 6 Wochen, von heute an gerechnet, bei unterzeichnetem Conr- miffarius so gewiß anzumelden und des Weiteren zu gewärtigen, als gewiß sonst, nach Ablauf dieser Frist, niemand mehr damit dahier gehört, sondern der Nachlaß an die, zum Theil ausländische, Erblnkkressenten verabfolgt


