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Die Bedrängnisse des 30 jährigen Rriegs. (Verfolg.)
1645.
Die Französisch Welmarische Armee stand im Frühjahr auf der Au im Lager, die Schweden unter Königsmark zu Alten - und Grofrnbuseck, die Niederhessen zu Beuern. Diese haben damals die Stadt sehr geängstigt, doch unternahmen sie nichts ernstliches gegen sie. Die zuerst genannten brachen unter der Anführung von Turen-ne, zuerst auf und zogen sich nach Schwaben zu. Bei Herbsthuusen, unweit Mergentheim, wurden sie von den Baiern, unter Mercy, den 25. April geschlagen und zerstreut, Mercy verfolgte die Flüchtigen, an Giessen, Marburg, Kirchhain vorbei, bis in die Gegend von Ziegenhain, und befreite das durch eine Belagerung hart geängstigte Amöneburg. Bei Kirhain erlitt er einigen Verlust, und nun verfolgten ihn die Schweden und Niederhessen wieder über Giessen hinaus in die Wetterau. Es erfolgte den 3. August das blutige Treffen bei Allersheim, in welchem die vereinigten Schweden, Franzosen und Nle^derhes- fen gegen die Baiern fochten und den Sieg erhielten. Dieses Treffen war die Losung, auf welche die Landgräfin Amalie Elisabeth, auf Schwedischen Beistand gestützt, sich der ganzen Mar- burgischen Erbschaft zu bemächtigen trachtete. Turenne brandschatzte die Obergrafschaft Catzenellnbogen, der Niederhessische General Geist verlies mit 4000 Mann die Französische Armee, Lercnnte Friedberg vergebens, nahm dagegen Butzbach weg und zog durch das Buseckertha! nach Marburg, setzte- sich daselbst fest und fieng an, das von Hessen - Darinstadtischen Truppen besetzte Schloß zu beschießen.
Landgraf Georg 1k. srßte sich ftt Vertheidigungszustand, lies Truppen anwerben und ein Aufgebot ergehen, auch die Bergschlösser Gleiberg, Blankenstein , Königsberg mit Garnison versehen. Auf Gleiberg wurden 50Mann Soldaten mit Weibern und Kindern gelegt, das Schloß und der Thurm ringsum mit Pallisaden befestigt und von hier aus Stücke und Doppelhackrn hinauf geführt.
1646»
In diesem ganzen Jahre herrschten Krieg, Angst und Bedrängnisse in den hiesigen Gegenden. Nachdem die Niederhessen die Stadt Marburg eingenommen hatten, fiengen sie an, das Schloß zu beschießen. Nachdem sie damit 2 Tage angehalten hatten, schritt der Commandant, Obrifllieutenant Wck, lich, zur Capitulakton und erhielt mit seiner Besatzung, 120 Mann, freyen Abzug hierher den 16.Januar. Er that dieses gegii» den ausdrücklichen Befehl des Landgrafen Georg II., der ihm Entsatz zugcsagt und bereits Anstalten dazu getroffen hakte. Es gereiche ihm auch noch zum Vorwurf, daß er noch nicht einen einzigen Mann verlohren hatte, auch Proviant und Munition hinreichend vorhanden war, und sich zur Huldigung der Bürgerschaft für das Haus Hessen-Cassel gebrauchen lies. Er wurde deswegen nach gehaltenem Kriegsgerichte , Lier, auf dem Markt, platz, nebst seinem Feldwebel Seyfried, aus Spangenberg, öffentlich enthauptet, den 29« Januar. Den 2. Februar wurde ihm, aus besonderer Fürstlicher Bewilligung, in der Stadlkirche eine Leichcnpredigt gehalten und darauf der Leichnam in einem militärischen Auszug nach der Todtenkirche gebracht und daselbst beygefttzt.
Nach der Einnahme des Schlosses Marburg rückte der Niederhessische General


