Ausgabe 
26.12.1812
 
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Verzeichnis

der hiesigen Lurgprcdiger.

Die Burgkirche, vorher ein Ball­haus und i6oc/zuerft erbaut, wurde 1645. als die Volksmenge durch viele Flücht­linge in den Zeiten des dreisigjährigrn Kriegs sich sehr vermehrt hakte, zu einer Kirche eingerichtet.

1. Der erste Prediger war M. Ste- phan Schußler, ans Rauschenberg, Re­gimentsprediger. Er erhielt 1650 die Pfarrstelle in Zwingenberg, wo er 1678 starb.

2. M. Hartmann Mögen, Stadt, Pfarrer, versah mit seinem Eollegen,

3. M. Justus Geilfuß von 1646 an alternirend diesen Gottesdienst, und beide wurden monatlich aus der Kriegs- kasse bezahlt.

4* D. Johann Nicolaus Misler, Professor der Theologie, versah, nach­dem Geilfuß 1653 gestorben war, die Burgpredigerstelle. Er wurde 1658 Su­perintendent,

5. Nach Mogen's Tode 1657 wurde JVL Ernst Müller Stadt- und Garni- sonsprediger.

6. Neben dem vorigen wurde D. Michael Siricius, Professor der Theo­logie, zum auserordenklichen Garnisons­prediger eingesetzt.. Er folgte 1670 ei­nem Rufe nach Lübeck, und von dieser Zeit an versah Müller diese Prediger­stelle allein.

7. Als Müller 1681 gestorben war, trug die Landgräfin und Regentin Eli­sabeth Dorothee dem Generalwachtmei- fier und Commandanten Wolf Henrich von Baumbach auf, einen tüchtigen Candidaten zu dieser Stelle in Vorschlag zu bringen. Auf dessen Empfehlung er­hielt M. Ioh. Conrad Gebhard , aus Schotten, der bisher Lehrer am Pädagog gewesen war, die Stelle eines Festungspre- digers. Er zog 1695 als Superinten­

dent und Grast. Crbachischer Hvfpredi- ger nach Michelstadt, wo er deni.Nov. 1728, alt 77 Jahr, starb.

8- M. Johann Henrich Lotichius erhielt i68l., mit Beibehaltung seiner Lehrstelle am Pädagog, die zweite Burg» predigerstelle. Starb 1693.

9- lVl. Gregoriuo Daniel Ger- nand, aus Butzdach, zuvor Rektor des Pädagogs zu Darmstadt, wurde 1695. als Professor der Griechischen Sprache und Burgprediger hierher berufen. Starb den io. Oct. 1701, alt 44 Jahre.

, io. D. Iohann Bartholomaus Rüdiger, der 1683. Lehrer am hiesigen Pädagog, 1691. Pfarrer in Wetzlar ge­worden war, wurde 1697. als Professor der Logik und Metaphysik , Burgpredis ger und Definitvr hierherberufen. Er be­kleidete diese Stelle bis 1707., da er Pro­fessor der Theologie und Vesperpreviger, und in der Folge Superintendent, wurde.

11. M. Iohann Andreas Schil­ling , zweiter Sradtpfarrer, wurde 1702, zugleich zweiter, und »727 erster Burg- Prediger. Er starb 1750.

(Der Verfolg künftig.) e, e e? < *

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Bekanntmachungen.

1) Da zu Erhebung des 4fen Ziels der Kriegssteuer, für das Wallpförter Quartier auf Dienstag der;te, für das Neuweger Mittwochen der 6ke, für daS Selzerpförter Donnerstags der 7te, und für das Neustädter Quartier Freytags der 8te Januar 1813« bestim­met worden, so wird solches hierdurch be­kannt gemacht, mir dem Beyfügen, daß wer alsdann das schuldige nicht einlie­fern werde, derselbe sich nachmals der Auspfändung zu gewärtigen habe.

Giesen den 24ten Dec. 1813

Grvöherzvgl. Hess. Stadl - Amt. Rayß.

2) Die