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Verzeichnis der hiesigen Stadtpfarrer.

(Verfolg.)

io. M. Ernst Müller, dessen Va­ter Professor der Medicin und Mathe- ruatik zu Giessen und Marburg, und zu­gleich Fürstll Artilleriedirektor gewesen war, hatte in den Zeiten des dreisigiäh- »igen Kriegs sein Glück im AuSlande ge­sucht, und ftand als Feldprediger bei dem Regiments Landgr. Georgs des Mittle­ren, unter den Fahnen des Kriegshelden Carls Gustav, Königs von Schweden, und hatte den Feldzügen in Pohlen und Dänemark beigewohnt. Als Mögen 1657 gestorben war, erhielt Müller, auf Em­pfehlung des genannten Landgrafen, die Stelle eines Städte und Garnisonspre- digers, und wurde von O. Haberkorn in beiden Kirchen vorgestellt. Da Mis- ler ihn überlebte, behielt er die zweite Stelle bis an sein Ende. Er erhielt ie- doch, zum Beweise der Zufriedenheit sei­nes Fürsten mit seinen Diensten , 1664 die Stelle eines Beisitzers des Eonsisto- riums und Desinitors. Sein Ende er­folgte den 3. Nov. 1681, in seinem 55. Lebensjahre.

II. M. Ioh. Peter Lotichius, der aus einer berühmten Gelehrtenfamilie ab­stammte , war zu. Zwingenberg 1643 ge- bobren, und wurde 1669 als Lehrer am hiesigen Pädagog angestellt. Nach Mul­lers Tode 1681 erhielt er, mit Beibe­haltung der ersten Lehrstelle am Pädagog, die zweite Stadt - und Burgpredigerstelle, 3690 rückte er zur ersten Stelle hinauf. Er starb den 23. Nov. 1693 r alt 50 Jahr.

12. M. Theobald Schenck, aus Heydelbach Amts Alsfeld gebürtig, er­hielt 1676 eine Lehrstelle am hiesigen Pä­dagog , 1689 wurde er als zweiter Stadt -- und Burgpfarrer prasentirt, und am drit­ten Christtag von dem Superintendenten D. Hanmkmins vorgestellt. 1694 er­

hielt er die erste Pfarrstelle vder'das Ar- chidiakonat, und wurde dabei Desinitor« Er war ein vorzüglicher, gewissenhafte» und eifriger Prediger, den die hiesigen Einwohner als ihren Vater ehrten und liebten, und nur die Bösen fürchteten» Aus Liebe zu seiner Gemeinde schlug er mehrere auswärtige Anträge, z. B. zum Inspektorat nach Schlitz, aus. In sei­nen jüngeren Jahren versah er,» nach Lo- tichius Tode, die Verrichtungen eines Stadtpredigers ungefähr zwey Jahre allein , welche jedoch dadurch ihn, erleich­tert waren, daß der Professor phasian Mitprediger und ordinirter Geistlicher war. Sein Tod erfolgte -den 11. April 1727, nachdem er über 37 Jahr jein Amr verwaltet hatte, seines Alters 74 Jahre. Seine Gemeinde lies ihn noch im Tode abmalen und das Bildnis in der Todten- kirche, wo er so oft zu den Herzen ge­redet hatte, aufhängen. Das Gemälde ist 1796, zu den Zeiten, da in derTod- renkirche ein Oestreichisches Pulvermaga­zin war, verlohren gegangen.

13. D. Johann Einhard Hedin- ger, auS Sturgard, wurde 1694 als Professor des Natur - und Völkerrechts hierher berufen und dabei 1695 zum zwei­ten Stadtpfarrer ernannt. Theils die pietistischen Streitigkeiten jener Zeit, in weiche er mit verwickelt war, noch mehr aber die Liebe zu seinem Vaterlande, ver­mochte ihn, dem Rufe als Consistorial- rath und Hofprediger 4» Stutgard 1699 zu folgen. Hier starb er 1704, alt 40 Jahre.

( Der Verfolg künftig. )

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Bekanntmachungen.

1) Auf Ansuchen mehrerer fremden Handelsleute, soll Mittwoch den 28reu Oct. ein nochmaliger Vieh- und Krämer- Markt atthier gehalten werden, welches hier-