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Unterricht
ftn Stricken ohne Nadeln»
Unterzeichnete haben die Ehre einem hohen Adel und Honoratioren ihre Dienste zur Erlernung des Strickens ohne Nadeln, ergebenst anzudieten. Dieses Stricken , welches bisher nur auf Handschuhe beschränkt war, und höchst fehlerhaft betrieben wurde, deswegen auch beinahe in Vergessenheit geriet!) , haben sie seit ihren Erfindungen, die im Ab - und Juneh- rue«, Hohlstricken, Drehen, Flechten, und in der Mischung der Farben bestehen, auch auf die unten genannten Artikel durch sechsjährigen Fleiß bis zur größten Vollkommenheit ausgedehnt. Bei jeder Freundin der künstlichen Strickerei werden die Muster, welche sie vorzeigen, und die Vorkheile, welche ihre Methode in Ansehung her Zeitersparnis mit sich führt, mehr als alle Empfehlung, ihre Absicht zu befördern, vermögen Sie begnügen sich daher nur zu bemerken, daß man durch diese Art zu stricken, wo man mit der gewöhnlichen Strickiierhode ein Stück Arbeit vollendet, dasselbe sechsmal verfertigen könne, leichter, und ohne Anstrengung $ur Verbesserung sich eigner ; daß Damen und Herrn , welche ihre Augen oder Nerven mit andern Arbeiten noch nicht geschwächt haben , solche mit Lieser unmöglich schwachen können: daß zur Verfertigung eines KmderkleidchenS nicht mehr als drei Ta.ze; ein Paar Strümpfen oder ein Paar langen Handschuhen , ein Tag; zu zwei Rüliculs ober zwei Tabacksbeuteln, acht Stunden;. zu zwei kurzen Goldbörsen, drei Stunden; dann zu Schreyern, Halstüchern, Schirnten, Ueberzüqen, Westen, Hauben, Franzen, Spitzen, Offiziers- Scherpen, Hosenträgern und noch vielen dergleichen Artikel», verhältnismasi.z Zeit erfordert wird. Ferner werden sie durch ein ganz, neues f. auch von ihnen erfun
denes Musterbuch m 48 Lektionen, ihren Unterricht durch alle Muster vollenden.
Beding ungen»
Eine Unterrichtsstunde kostet einen Gulden, die Strickrahm nebst Zugehvk und dem Musterbuch kostet für jede Schülerin vier Gulden; um jeder Schülerin, die Erlernung ihrer Kunst - und Unterrichts # Kosten zu erleichtern, können vree Personen zugleich unterrichtet werden. Hiesige Damen und Herrn, und aus den umliegenden Gegenden, welche sie mit ihrem gütigen Zutrauen beehren wollen, werden höflichst ersucht, so bald wie möglich, ihre Entschlüsse zu fassen, weil sich ihr hiesiger Aufenthalt allein nach der Auzass der Liebhaberinnen zur Erler- uung obiger Gegenstände richten wird,, und späterhin niemand mehr angenommen werden kaum
Gebrüder N e! l i s s e n > logiren im Gasthaus zum golde-- nen Löwen in Giesen.
Bekanntmachungen.
1) Nachdenie die Tabellen, das Kai- serlich Französische.Naniralisations - Des tret vom 2oten August i8n. betreffend, bei Amt emgelanget sind, so wird solches hierdurch bekannt gemacht, jomit diejenige hiesige Einwohner, welche in einer Provinz der jetzigen Kaiser!. Französischen Staaten gebvhren worden, hiermit aufgefordert', sich binnen 8- Tagen bei Amt zu melden, und die vorgeschriebene Angaben zu machen.
Nach fruchtlosem Ablauf dieser Frist aber hat sich jeder selbften beizuweffen, wann ihm etwa wegen dieser Unterlassung ein Nachtheil znstvßen sollte.
Giesen den ?ten Febr. 1S12.
Grosherzoglich Hessisches Stadt- Amt.
R ayß.
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