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OerZekchnis der hiesigen Gtadtpfarrer.
(Verfolg.)
4. Georg Nigrinus, eigentlich Schwarz, aus Battenberg gebürtig. Er war zuvor Pfarrer zu Homberg an der Ohm gewesen, und hatte 1563. Landgr. Philipp den Crosmüthigen auf des Su» perintendemen Tholde Empfehlung, bey einer. Reise nach Stuttgart als Reise» Prediger begleitet. Er hatte sich dabey so sehr bey diesem Fürsten empfohlen, Laß er ihm die erledigte Stadtpfarrerftelle 1564. ertheilte. Er hatte das Unglück , daß, als er kaum drey Wochen hier war, er seine Frau und seine vier Kinder an der Pest verlohr. Er versah, wegen Entfernung des Superintendenten Tholde, der zu Frankenberg wohnte, die Superintendenturgeschäfre in der hiesigen Gegend. Er wohnte den verschiedenen Hessischen Synoden, die wegen der for- inxila concordiae, wegen der Streitigkeiten der Lutheraner und Reformirten, gehalten wurden, bey. Mit dem Jahr 1576 si'eng er an, hier ein Kirchenbuch zu führen. Landgraf Wilhelm IV. zu Cassel lies ihm zweimal 4oTha!er aus, zahlen, damit er Bücher kaufen könnte, um die Papisten zu widerlegen. Er wechselte nicht nur mit diesen heftige Streitschriften, sondern zog auch gegen die Reformirten und die Juden zu Felde. Einen seiner Gegner, Johannes Hafo nennt er auf dem Titelblatt auffolgende Weise: „ Gurt, Sattel und Zaum für den narrischen katholischen Esel zu In- gelstadt. “
Durch seine heftige Streitschriften, besonders seinen Anticalvinismus, zog sich Nigrin das Misfallen L. Wilhelms IV. zu, der in einem Schreiben an L. Ludwig zu Marburg Nigrin's Buch der Judenfeind betitelt, schlecht Fabelwerk nannte, das aus andern autoribus
entlehnt sey. Nigritt zog 158s, alS Superintendent des Distrikts Alsfeld und der Grafschaft Nidda, und Pfarrer zu Echzell, au leztereu Ort, wo er 1602, alt 72 Jahre, eutschlief.
(Der Verfolg künftig.)
Ediktalladung.
Da man bei der Aufstellung des I11-
ventarii über die Verlassenschaft der dahier verstorbenen Frau Geheimen Re- gierungsrathin von Denzel deren allenfalls hinterlassene Schulden zu wissen nöthig hat; so werden alle diejenigen, welche mit Forderungen gegen gedachte Verlassenschaft aufzutrcten sich für berechtigt halten, hiermit aufgefordert, solche binnen 4 Wochen bei Unterzeichnetem so gewiß anzugeben und richtig zu stellen , als sie gegenfals damit bei der Commission nicht werden gehört — sondern noch vertheilter Verlassenschaft an die zerstreut wohnende Erben werden gewiesen werden.
Giesen den zten Sept. 1812.
Von Commissions wegen.
Lieh,
Grosherzogl. Commisstonsralh daselbst.
Bekanntmachungen.
1) Da der Maurermeister Johann Georg Werner dahier freiwillig entschlossen ist, sein auf dem Neuenweg belege» nes Wohnhaus öffentlich an den Meistbietenden vergantheu zu lassen; so wird zu dieser Versteigerung Termin aufMou- tag den 21 teil d. M. Nachmittags um 2. Uhr auf dahiesigem Rathhaus anberaumt, in welchem die Verkaufsbedingungen eröfnet werden sollen.
Giesen den gten Sept. 1812.
Gtosherzogl. Hess. Stadt--AmtS- secretariat das.
S t a u d i n g e r.
2) Der


