Verzeichnis der hiesigen Stadtpfarrer.
(Verfolg.)
5. D. Jeremias Victor, der Sohn Don Justas «Jteioc, Inspektor zu Aiv- fe!0, vtboe 1580 Stadtpfarrer allhier, 15S6 Ä>ce - Superintendent, und 1631 wirkt 1 Der Superintendent. mit Beyve- halrung der ersten Pfarrstelle. Er war bet) Landgraf Ludwig IV. von Hesse n- Marb urg fcbr beliebt, und mußte den- fei bei? auf seinen Retten als H, fpreotger begleiten. Da er ein sebr geschäzter und vorzüglicher Prediger war, so mußte er rft bey auswärtigen verstorbenen Perso- «en von Stand die Leichenpredigten über- «ehmen. Bey dem Fest der Einweihung der Universität hielt er die solenne Lob- unb Dankprediqt und segnete zuerst die Aepter ein. De» 8- Sept. 1609 flatb er, nachdem er durch einen Fall von der Treppe sich am Kopf stark beschädigt hatte, alt 53 Jahr. . .
1585 kaufte die Stadt die letztge Supenntendentur in der alten Burg, nc= den der Schwalbachischen adellchen Wohnung , die vorher ein Fürstliches Lehen gewesen war, von den Erben Andreas Saalfclds. Rentmeisters allhier, zum Pfarrhaus an.
6. »Jlebet Viktors stand als Caplan hier pb lipp Möller oder Myiius, im Kirch bu D gewkmn ich Magister Phi lipps genannt. Er führte die es Amt 53 \abre, von 1583 bi" 1635, und erreichte ein A ter von §3 Jahren. Er hielt tör^ die feierliche Gedächtn!-predigt ans Landgr. Ludwig den (ijetrnien. Ge hst durch seine Allerschwäche heb er sich . 1 br abhalten, fein Amt bis an sei» Ende eifrig zu versehen; er ritt in den lezten Ia )ren dey den Leichenzügen, um die Leichenpredigten zu halten.
7. Von den Oberpfarrern ist hier
die Rede nicht, da sie in die Reihe der
Superintendenten gehören. Als Stadt- pfarrer wurde 1632 angestellt M. Harts mann Mögen, aus Gettenau Amts Bingenheim gebürtig. Er stand 26 Jahre hier im Amte in den bedrängten Zeiten des dreisigjährigen .Kriegs. Er starb 1658 , alt 57 Jahre, und war der Stammvater einer weit ausgebreiketeir Nachkommenschaft. Sein Epitaphium desiudet sich in der Todtenku a,e.
8. Nach Möller's Tode wurde IVL Justus Gctlfuß, aus Witzenhause», zum Caplan allhier präjenlirl und bestätigt. Er war zuvor von 1620 bis 1635 Pfarrer zu Langgöns gewesen, und hatte hier "1624 die Wttndergeschichte von bent Arndtischen Paradtesgä'Hel», das die Eroaten ins Feuer geworsen hatten und das sich unverbrennllch gezeigt Hane, bekannt gemacht Gcilfnß war em wüldiger sehr beliebter Prediger, der etliche vortheilhafte auswärtige Anträge, aus Liebe zu seiner Gemeinde und auf dringendes Anhalten derielben, ausge- schlagen hatte- Er starb den 14 April 1653 , tm Jahr. Seine Nachtvm- menschaft b.üht noch gegenwäitig.
Den Gottesdienst in der Burgkirche (deren Errichtung 1645 geschah ) hatte bisher der Regimentsprediger Stephan Schußler aehalieu. Als cue Regiment 1645 auszog, um mit den .Kaiserlichen Heeren zu fechten, versahen !Nogen und Gellfuß alternirend diesen Gviierdtenst. Im Jahr 1635 unterzeichneten diese beiden nie Urkunde über die Wolff von To- denwartische Stisiung.
9 M. Conrad Mioler, aus Müu- zenberg , der Bruder des Superintendenten I. N. Misler , wurde 1653 der Nach- fo-ger und Schwiegersohn von Geilfuß. Er war vorl-er Rector an der hiesigen Stadtschule gewesen 1658 erhielt er die erste Stodipfarrftelle. Er starb den 20. Nov 1689, nachdem er i4Tage zuvor Sonnkagö vor der KirchentYüre auf dem
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