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Verzeichnis
-er hiesigen Regierungskanzler und Direktoren.
Die Canzley für das Fürstenthum Dberhessea war in den ältesten Zeiten in Marburg. Im I. 1604, als der Mar- hurgrsche Lanbesanthetl an die Darm- stäonsche Linie fiel, errichtete Landgraf Ludwig V. hier eine Canzley, welche aus «inem Canzler und zwey Räthen bestand, und wies denselben das alte Schloß, wel- ehes bisher die Wohnung des Stadt- HauptmannS gewesen war, an.
1. Johann Skrupp von Gelnhausen, aus Friedberg gebürtig, war der erste Canzler und Geh. Rath. Er war 1607. als Fürstlicher Commissarius bei dem Acr der Einweihung der Universität und legte den ersten Grundstein zum Col- leggebaude. Starb 2. Febr. 1617, alt 54 Jahre.
2. D. Nikolaus von Otthera, Vorher Syndicus der Burg Friedberg, wurde 1613. Rath bei der hiesigen Canz- key, »617. Vicekanzler. Starb 9. Merz 1624.
3. D. Anton Wolf von Tobten- wart, aus Rüsselsheim gebürtig, wurde 3624. Canzler, erlangte 1637. die Würde aineß Statthalters , dankte aoer bald darauf ab und beschloß sein Leben im Pri- vakftande zu Frankfurt a. M. 1641, alt 49. Jahr. Er ist der Stifter Zeines sehr ansehnlichen Vermächtnisses für die hiesige Kirche und Armen.
4« Philipp Ludwig Fabricius, aus Birstein gebürtig, wurde 1629.
1637. Vicekanzler, 1648. Kanzler. Er zog bald darauf als Hofkanzler nach Darmstadt, wo er 1666, alt 67Jahre, starb. Er trug viel zum Abschluß des Prager Friedens bei, und eröfnete 1650 als Fürstlicher Commiffarius den Act der Restauration der Universität, Kaiser Fer
dinand ertheikke ihm dem Reichsadel mit dem Namen von ^.arrice.
5. D. Just Ginold genannt Schütz, Geheimer Ratb und erster Professor der Rechte, wurde Canzler der Regierung und Universität 1650» Starb 14. £)tc. 1657, alt 65 Jabr.
6. D. Georg Daniel Ebel, aus Gieffen, wurde neben dem vorigen aiö Vicekanzler ang-nellr. Starb Z. Oklbr. 1652., alt 51 Jahr.
7. D. Johann Reinhard Ruppcl, aus Oberroßbach , wurde Ebels Nachfolger als Ruth und Vicekanzler. Starb 1. Okt. 1656,
8» D. Georg Theodor Dieterich, ans Butzbach, wurde 1656 provisorischer Regieruugsdirekror, ging 1669. in Herzog!. Sächsische Dienste nach Halle.
9. D. Hartmann Jacobi, auS Wohnbach gebürtig , vorher Reg. Narh, wurde 1667. Geheimer Rath, Regie- rungs s und Universitatskanzler. Er legte 1675 diese Stellen nieder, nahm in Mainz die katholische Religion an, und erhielt daselbst die Würde eines Geh. Raths, VicekanzkerS und Präsidenten des Revifionsgerichrs. Auch wurde er Kaiser!. Rath und erlangte den Reichs, adel mit dem Namen Jacobi von Ebr-n- kron. Starb zu Mainz 9. Jun. 16-80, alt 63 Jahr.
<Der Verfolg künftig. )
Bekanntmachungen.
1) Das in der Wollthorstrafe gelegene , von dem verstorbenen Herrn Post- Halter Kempf zurückgelassene GasibauS zum Adler, mit Scheuern, Stallungen und einem qr"sen Hauogarten, sodann die vorm Wallrhor an der Chaussee nach Marbura stehende Scheuer nebst Znae- hvr , sollen Dienstag den oten April Vormittags 9. Uhr in dem gedachten Gasthaus , össenrlich an den Meistbietenden > verkauft werden. Was die Bezahlung
des


