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Verzeichnis" Herühmter Manner, welche gebohrne Butzbacher waren,

Keine Stadt in Hessen, selbst Wet­ter nicht ausgenommen, hat, »ach Ver­hältnis ihrer Gröse, so viele gelehrte Man­ner und ausgezeichnete ßbpfe Hervorge­hracht, als Butzbach. Der Unterricht der Kugelherrn oder Kappelmönche, be­sonders des verdienten Probsts Gabrrel Biel, und ihrewohleingerichtete Schule, haben in den früheren Zeiten vorzüglich dazu gewirkt«. In spateren Zeiten weckte der Einfluß der hier vorhandenen Herr­schen Fürsten, besonders des lreflichen und musterhaften Regenten L. Philipp, manchen guten Kopf. Wir haben ein Programm über die Gelehrten aus Butz­bach, von Neubauer, i7e47- Es ist sehr mangelhaft, denn es zahlt kaum 8 Gelehrte auf, und die früheren Notizen winckelmanns, Beschr. von Hessen S. 190, sind nicht einmal darin« benutzt. Die Angaben beider sind mancher Er­gänzung fähig.

1. Johannes Oppeler, Theol. Lic. wurde 1456. zum Dechant des St. Bar- rholomausftifts in Frankfurt erwählt,

2. Johann von Colhauftn, auch Johannes von Butzbach genannt, war Mönch zu St Jakob in Erfurt, wurde 1469 zum Abt in dem neu orggnisirten Kloster Sponheim ernannt, 1483 wurde er zum Abt in Seligenstadt erwählt.

3. Gabriel Biel, wurde 1473 Probst der St. Markuskirche in Butzbach. Es kamen damals viele Ausländer, um unter ihm zu studieren. Rom ehrte ihn in seinem Leben, Luther pries ihn nach seinem Tode. Nach seiner Anleitung wurde die Universität Tübingen 1477 von Herzog Eberhard gestiftet. Er konnte den Einladungen desselben nicht wider­stehen, und gieng selbst dahin ab. St. 1495. Man weiß nicht mir Bestimmt­

heit, daß er in Butzbach gebobren ist, denn mehrere Städte schreiben sich diese Ehre zu.

4. Wendelin Steinbach, Theol. D. ein treuer Nachfolger Biel's, wurde 1490 Probst in Butzbach, 1496 Professor der Theologie zu Tübingen. Geb. 1459, gest. 1519.

5. Caspar wen ix, des Hess. Kel­lers Gebhard Wemx Sohn, worein Kap- pelmönch, der frühzeitig Luthers Lehre annahm. Da ihm die Kanzel von den übrigen Mönchen verschlossen wurde, pre­digte er den versammelten Bürgern das Evangelium vor dem Griedeler Thor von einem Nußbaum, 1525. Er kam als Prediger nachRockenbcrg , und als er von dort wieder vertrieben wurde, nach Ober­roßbach.

6. Johannes Leining, oder Le- ning, Prediger zu Milsungen. Er war -ein eifriger Beförderer der Reformation und wurde von L. Philipp Magnan, in wichtigen Angelegenheiten, u. a. als Ge­sandter an die Wiedertäufer in Münster, gebraucht. St. 1565.

7. D. wolfgang Ficinus oder Feige. Er wurde zu Marburg, unter Goctemus, Philof. Mag. 1595, darauf Professor der Rechte zu Herborn, endlich Kanzler bey L. Moriz zu Eassel.

8. Christoph Echzell, Kaiserlicher General in Ungarn und -Obrister über ein Regiment zu Fuß. Er wurde in den Freyherrnstand erhoben.

9 10. Helwig Echzell, Freyherr und Kriegsrath in Röm. Kaiser!. Dien­sten. Georg Wendel Echzell, Frey- hcrr. Beide Brüder oder Söhne des vor­hergehenden.

( Der Verfolg künftig. )

Nachricht.

Da man bisherwahrnehmen müssen, daß die Studierenden öfters von ihrem Stand in der Kirche von fremden, nicht dahin