Ausgabe 
19.11.1808
 
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Von bgn ersten.Grundsätzen dec Rinderzucht. (Verfolg.)

Wie sehr wäre eS zu wünschen, daß man bei der Kinderzucht nicht auf auf; ser liehe Handlungen, sondern mehr auf die Quellen, die Grundsätze, sähe. Laßt »ns weniger Vollkommenheit von einem Kinde erwarten, aber diejenigen, die wir von ihm fodern , auf einen fester« Grund -bauen. Wenigere Ernsthaftigkeit, ei» geringem Grad von Achtsamkeit, eine Miene, die nur einen Funken Vernunft »errath, wenn das Kind sie sich selbst aus Gründen, die es kennet, wählt, und die geringste gute Handlung, die eS frei­willig und auS Ueoerzeugung thut, alles dies ist bei einem Kinde eine weit gröfere und wichtigere Vollkommenheit, als alles das äusserliche gesetzte Wesen, das sie aus.Furcht annehmen, alle die weisen Sprüche, welche ihnen in den Mund ge­legt werden, und alle die männlichen Handlungen, die von ihnen erzwungen Pder erschmeichelt werden.

Um nun dem Willen diese vernünf­tige Geschmeidigkeit und der Seele diese Herrschaft über sich selbst zu geben, muß das unsre Hauplregel seyn , daß wir nie ohne die äusserste Noth andre Bewe­gungsgründe gebrauchen, als die von Den natürlichen guten oder bösen Folgen der Handlungen hergenommcn sind, und unmittelbar auf den Verstand wirken. Diese» müssen wir aufzuklären suchen, «nd uns sehr hüten, weder Verlangen «och Furcht so zu gebrauchen, daß diese Leidenschaften dadurch vermehrt werden. Denn sonst würde» wir nur einem Bö­se» durch ein anderes noch schlimmeres vorbauen. Ei» Kind, das noch nicht durch böse Vorurtheile verderbt ist, kann durch brrnünftige Vorstellungen, die man

nach seinen Begriffen bequemt hat, weit gebracht werden.

(Der Verfolg künftig.)

Puhl i c a n d u n.

Da der allerhöchsten Verordnung ge­mäß alle bet) unterzeichneter Polizen- Deputativn eingereicht werdende Schrif­ten eben so wie alle Ausfertigungen die­ser Deputation, künftighin, nach Maas­gabe der jüngsten Stempelpapier r Ord­nung , auf Stempelpapier geschrieben werde» sollen; so wird solches zu Je­dermanns Nachricht und Nachachtung hierdurch bekannt gemacht.

Giessen den atenNov. 1808.

Grosherzogi. Hess. Polizey-De- putation das.

Schwabe. Dr. Büchner.

Bekanntmachungen-

1) In dem nachgelassenen Haus des Herrn Geheimenraths Klipstein am Wall- thor sind in der Mansarde zwei heizbare Zimmer, nebst zwei Kammern, auf be­sonderes Begehren auch wohl in der mit­telste» Etage ein tapezirtes, heizba­res Zimmer, sodann Boden-Kammer, Scheuer und Stallung, beisammen oder getrennt, zu verafterleihe» , und können sich etwaige «Liebhabere bei Ausgebern dieses des Näheren erkundigen.

2) Es hat jemand 300. Gulden zu verlehnen, der sie gerne iu hiesige Stadt auf Grundstücke, und gegen gewöhnliche Zinsen, ä 5 Procente, auslekhen möchte. Bei Ausgebern das Nähere.

3") Alle hiesigen Einwohner, so an den, mich ohngefehr vier Jahre bedie­nenden, im steil Bataillon Leibregiment stehenden Tambour Jacob Ruppert, et­was für mich geborgt haben, sind hier- mit aufgefodert, mir bis den zoten die­ses die Anzeige davon zu machen. So­

dann