Ausgabe 
14.5.1808
 
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Von Cometen.

( Veschlus.)

Ob der (Sorbet den Erdbewohnern Glück oder Unglück weissage, das ist wohl ein Gegenstand der in unfern Zeilen , in welchen der Aberglaube seine Herrschaft verloren hat, unerheblich ist. Ist der Comet ein Wellkörper der seine bestimmte Bahn durchläuft, wie dieses unwiver- sprechlrch ist; so verkündigt er so wenig die künftigen Schicksale der Reiche, als der zunehmende Mond die Gnade, und der abnehmende Zorn GotleS verkündigt.

Ob aber der Comet, wenn er der Erde einmal sehr nahe kommen sollte, wel­ches^ doch möglich ist, nicht eine wichtige Veränderung an ihr hervorzubringen ver- mögendsey; das ist eine weit erheblichere Frage. Die Newtonische Theorie von der anziehenden Kraft der Himmelskör­per, die so viel Licht der Sternkunde Ziebt, läßt hier etwas befürchten. Sollte ein Comet einmal oer Erde so nahe vor­bei streifen, daß beide Weltkdrper sich einander aus ihrer Bahn rissen ; so würde freilich die Veränderung auf beiden Ku­geln sehr wichtig seyn. Weil aber die­ser Comet kleiner als die Erde ist, so macht unsere gröfere Kugel wahrscheinlich eine Eroberung und führt den Cometen, wenn er ibr zu nahe f&imnt als einen Gefan­genen mit sich fort, und er muß ihr als ein Mond dienen.

Von der Veränderung welche erfol­gen würde, wenn der Schweif eines Co­meten einmal unfern Erdball träfe, läßt sich nichts vermuthen , weil wir von dem Schweife nichts als mir die Gestalt ken­nen. Dieser Fall aber wird nur mög- lief?, wenn der Comet grade zwilchen ter Sonne und der Erde seinen Watz hat. Ueoerdics ist die Lage der Fläche der Cometen Bahn, oft sehr von der Nei­

gung der Erdbahn unterschieden. Sie greifen in einander, wie zwo Glieder ei­ner Kette in einander greisen. W h i- ston leitet aus diefer Begebenheit die Sündfluth her. Er glaubt, daß ein Co­met einmal den Erdball zerstören werde; ein anderer hält den Cometen für eine brennende Weltkugel, deren leztcs Ge­richt sie jezt trifft; diefer glaubt, er sey noch ein Chaos das seine Entwickelung und Bevölkerung erst erwartet; und je­ner hält ihn für eine schon vernichte Welt­kugel, die von der Hand Gottes aus der Gesellschaft bewohnter Sphären, weit weggeworfen sey, und schon Millionen Jahre im unermeßlichen Raume völker- los herum schwärme; der glaubt daß er bevölkert sey, und schätzt se:n,e Bewohn ner höchst glücklich; sie können auf ih­rem Cometen durch den unermeßlicheil Raum, von einer Sonne zur andern rei­sen, und die Planeten und Monde ver- schieduer Sonnen in der Nahe beschauen, und einen ziemlichen Theil der Schö­pfung , aus weit entlegenen Gesichts­punkten betrachten. Diesen Bewohnern ist die Hitze der nahen Sonne, und die Kalte welche jenseits des Saturns herrscht, nicht beschwerlich. Der leuchtende Schweif und der Helle Nebel, welcher seinen Glanz durch Millionen Meilen wirst, sind Zeu­gen des Lichts, das die frohen Wohnun­gen der Glücklichen umgiebt; noch ein an- berer glaubt, er sey eine Behausung ge­strafter Verbrecher, eine Hölle

Wer em Vergnügen darin findet, etwas, das noch nicht gesagt ist, zu sa­gen, der kann in dem, was dec Comet ist, feinem Witze alle Freiheit unaeftraft verstatten. Denn wer will ibn widerle­gen ? Da niemand das, was er selbst glaubt, beweisen kann.

Ediktalcitation.

Alle diejenige, welche an die Ver- lassenschaft des vor 5 Wochen verstorbe­nen