Ausgabe 
13.8.1808
 
Einzelbild herunterladen

) ISO (

5> j Von den ersten Göünösätzen der Rinderzucht,

( Verfolg.)

Verständige Eltern oder andre Leute, die gesunde Vernunft und Erfahrung ha­ben. können daher oft durch tägliche und gewöhnliche Unterredungen mehr aus- richren, den Verstand ihrer Kinder zu bil, den, als Gelehrte, die. seihst voller Vor- urtlieile sind, die bei der Menge von Be­griffen , womit sie ihr Gedächtnis ange­füllt haben, nicht daS Wahre und Nütz­liche zu unterscheiden wissen , und die entweder die Menschen nicht genug ken­nen , um sich nach ihren Kräften zu be- sturmen, oder es ihrer Größe nachtheilig halten, wenn sie sich so lief herabließe», um mit Kindern zu reden. Dieser Stolz kömmt gemeiniglich auS einer Unwissen­heit her, die unter Studirenden gewöhn­lich ist, nemlich daß sie selbst nicht wis­sen, wie wenig sie wissen, und daß sie gewohnt sind, ihre Unwissenheit unter dunkeln Redensarten und Kunst­wörtern zu verbergen. Der Philosoph, -er es für die größte Weisheit hielt, zu wissen, wie wenig der Mensch zu wissen fähig-ist, Sokrates, kannte die wahre Vernunftlehre, die Kunst den Verstand von bekannten Wahrheiten auf unbe­kannte zu leiten. Diese bekannten Wahr­heiten waren nicht allemal die ersten Grundsätze der Wissenschaften, so wie sie in unfern Systemen vorgetragen werden; denn diese sind oft schwerer zg beweise», alS die Folgerungen selbst, die man Darauf bauet: sondern es waren vielmehr bekannte.Erfahrungen, E.rempel, ge­wöhnliche Begriffe, welche dazu dienten andre aufzuklären; es war die Art zu denken, welcher eine vernünftige Seele folgen würde, die erst die Wahrheiten aufsuchen loll, und diejenige, welchedenn Statt findet, wenn man schon lange ge­dacht hat. Wenn man emige Sokralft

fche Gespräche, die Plato aufbewahrt hat, ausnimmt, so sind doch die übri­gen so beschaffen, daß man sie mit einem Kinde von 8 oder io Jahren lesen kann, ohne befürchten zu dürfen, man werd» ihm unverständlich seyn.

Man findet so selten, daß diejeni­gen , welche mit Kindern umgehen, diese zwei Stücke der Erziehung beobachten, nemlich daß sie genau Acht geben auf alles was sie selbst sagen und thun, und daß sie mit gemeinen ungezwungenen Un­terredungen die natürliche Denkungsart zu erwecken suchen, ohne den Verstand zu zwingen ; man findet so selten, sage ich, daß diese beiden natürlichen Triebe der Kinder, die Begierde nach- z u a h m c n, und ihre Neugier recht genutzt werden, daß ich eben deswegen mich dabei so lange aufgehalten habe, da ich sie für die wichtigsten Stücke der Kinderzucht halte. Das erste ist von allen Mitteln zur Bildung des Herzens das wichtigste, und das andere das beste zur Bildung des Verstandes.

(Der Verfolg künftig.)

Bekanntmachungen«

i) Montags den 22tcn d. M. Nach, mittags um 2. Uhr sollen nachfolgende, dem Burger und Gartner Christoph Hein­rich Grüneberger zugehörige Güterstücke, als

r/2 M. 15 iR. 5 Sch. Garten am Croff- dvrfer Weg, an Christoph Bernbek und dem Gleiberqer Pfad,

ll/a M. 4 R. t; Sch. Garten das. , stößt auf voriges, und Eberhard Vogt,

1/2 M. 4R. 8 Sch. Garten das., an vorigem und folgenden,

k/r M. 4R. 8 Sch. Garten gleichfalls dstf., an vorigem und folgenden ,

r/r.M