Ausgabe 
3.12.1808
 
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Von den ersten Grundsätzen der Rinderzucht. ( Verfolg.)

Trägheit ist der andre Feind der Vernunft. Dieser ist noch schwerer zn »verwinden. Wenn die Begier und die Empfindlichkeit auch den Verstand nicht in seinen Wirkungen hindert, so ist doch in der Natur selbst ein Widerwille gegen die Arbeit , welche die Erfüllung der Pflichten mit fiel) führt. Um unsre eigne Vollkommenheit zu schaffen, und andern zu dienen, müssen wir manchmal selbst die, natürlichsten und anständigsten Ver- Znugungen aufopfcrn. Wir müssen Hers reu über uns selbst scyn, nicht nur um Pracht, Wollust, Bequemlichkeit, und allen den Begierde», die wir selbst in uns erzeugt haben, zu entsagen, sondern wir müssen auch die andern besiegen können, die uns natürlich sind, wir müssen Hun­ger, Kalte, Arbeit, Schmerz und Schlaf­losigkeit erdulden können. Selbst die menschlichen Gefüble, Liebe, Freund­schaft, der heiße Eifer fürs Gute müft sei, unter der Herrschaft der Vernunft ste­hen. Aber wie lehrt man junge Leute alles dies? Mau gesteht mir doch, daß alle Wissenschaften, alle Sprachen, und alle Leibesübungen ausserdem nicht viel nützen, und daß die geringste Herrschaft, die man über sich selbst erlangt hat, den Menschen zu gross» Handlungen geschick­ter macht, als die ganze lateinische und französische Sprache, und alles was man gewöhnlich von einem Lehrer und einer Französinn lernt. Das leugnet wohl Niemand. Man fürchtet nur, daß eS unmöglich sep, jenes junge Lenke zu leh­ren. Aber ist denn die ganze griechische und römische Geschichte eine Fabel? Ist alles das erdichtet, was vom Lykurg, Aristides, Leonidas, Fabriciuß, Deciiis und Regulus, Hvratius Cocles uub hun­

dert solchen VZannern erzählt wird? Wir verlangen doch lange nicht so viel von unfern jungen Leuten. Wir wollen nicht, daß sie, nm die Gesetze zu handhaben, dem Staat zu dienen, selbst die Landes­verweisung wählen; ihre Hande ins Feuer stecken, sich in einen Abgrund stürzen, sich mitten unter die Feinde werfen , und dergleichen schreckliche Handlungen mehr verrichten sollen: wir wollen nur, daß sie stark genug seyn, nicht aus Gunst oder Haß die Gerechtigkeit bei Seile zu setzen, nicht aus Freundschaft oder Mit­leiden die Gesetze zu übertreten, nicht ihre wichtigen Verrichinngen aus Be­quemlichkeit versäumen sollen , daß siezu- werlen die allgemeinen Widerwärtigkei­ten , welche Krieg und Meere mit sich führen, sollen erdulden können. Wenn dies unmöglich ist, wie kann da das ge­ringste von dem wahr scyn, was man uns von den Römern und Griechen er­zählt? und wozu untzt es denn, daß wir unsre Jugend plagen , die Sprachen zu lernen, worin so ungereimte Dinge er­zählt werden?

(Der Verfolg künftig.)

Bekanntmachungen.

i) Nachfolgende von dem Burger und Mezger Jeremias Konstanz zurück- gelassene Güter, als:

1) rm Nenweger Feld.

1/2M. 2y R. 14 Sch. Wiese bei der Erdckaut, an dem Badenburger Guth , giebt i Mest. unständig zur Kellerei, zhndfr. ,

1/2M. 2yR. igSch. Wiese an vori­ger, giebt i Mest. unsiänd. dahin, zhndfr.,

1/4M ii R 8 Sch. Wiese daselbst, an der Stadt - Erdenkanr, giebt 2 2/3 Gesch. med. au Hrn. v. Echraulcn- bach, zhndfr.,

1/4M. 11 R. 8 Sch. Wiese an voriger, giebt 2 2/3 Gesch. med. dahin, zhfr.

r/2 M.