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Von der Größe.
(Verfolg.)
Wie viel erstaunliches, wie viel unbegreifliches findet sich nicht in der Bestimmung der Größe! Die Seele beur- rheilt die Gegenstände nach der Größe des Bildes, welche der Cristall auf dem Boden des Auges abmahlt, und eine entfernte Sache, stellt ein kleineres Bild im Auge dar, als eine nähere. Der Mensch sieht daher entfernte Dinge kleiner, als nahe; und doch dehnt die Seele des Menschen die ungemein kleinen Bilder im Auge zu der Größe aus, wie wir die Geqenstände selbst sehen. Der Baum, zum Exempel, den ich vor mir finde, bildet sich so klein im Auge ab, daß sein Bild nur einen geringen Theil desselben erfüllt. Ob nun gleich die Seele blos durch dies kleine Bild eine Kenntnis vom Baum erhält, so sieht sie doch den Baum viel gröler, als das ganze Auge ist. Wie die Seele eine Kenntnis von den Bildern, die im Auge verschlossen sind, erhält; wie sie diese Brider ausserhalb des Auges, an dem Orte findet, wo das Original ist; wie sie die Dinge so sieht, wie sie sind, da sie sich doch im Auge umgekehrt ab» mahlen; und wie es kömmt, daß sie eine Sache nur einmal sieht, da sie doch in einem jeden Auge eine Copey findet, das und noch viel mehreres sind Aufgaben, deren Auflösung für den Menschen zu wichtig sind.
Der Mensch gebe nur die Hoffnung auf, jemals Die wahee Größe der Dinge bestimmen zu können. Wieder aber mit glücklicherm Erfolge die Reihe nur scheinbarer Größen, bis zu ihren äussersten Grenzen zu erforschen vermögend seyn? Welcher denkende Geist eines Menschen kann sich so hoch erheben, daß er bis zu den ersten einfachen Lheilen gelange, wor
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aus ein Körper zusammengesetzt ist! Die Grenzen, wohin sein kühner Flug sich zu erbeben vermag, sind weit unter diesem hohen Ziele. Siehr der Mensch sich selbst als das Mittel der Größe an, und senkt sich von Stufe zu Stufe auf kleinere Geschöpfe immer tiefer herunter, oder erhebt sich zu gröseren immer höher empor; so wird er sich gezwungen fühlen stille zu stehn, ohne das Ende erreichen zu können.
Tief unter sich findet er die kleine Milbe, die sein scharfes Auge kaum zu entdecken vermag. Er erstaunt, sein Erstaunen aber wächst, n enn er bedenkt, wie viel die Glieder, Augen, Sehnen und Adern kleiner als das Thier seyn müssen! Von der Größe des Urhebers der Natur, der solche Werke bereitet hat, ganz durchdrungen, nimmt er sein Vergrößerungsglas und sieht Geschöpfe in groser Anzahl die kleiner sind, als das Äuge einer Milbe. Wie zart müssen die Adern dieser Thiere, und wie klein die Blutkügelchen seyn, die sich in solchen Adern fortrollen ! Aber dies sind Die Grenzen feiner Beobachtung noch nicht. Er sieht durchs Glas eine Bewegung im Staube, Die ihn von der Gegenwart solcher Geschöpfe überführt, die zu klein für ein GlaS sind, das viele Millionen mal vergrösert. Wenn nun auch sein Verstand den Bau der kleinsten Glieder dieser ihm unsichtbaren Thicre überdenkt, wie weit ist er auch noch aledenn von den Theilen entfernt, woraus diese Glieder zusammengesetzt sind?
( Der Verfolg künftig. )
Bekanntmachungen.
I) Auf freiwilliges Ansuchen deS Wilhelm Adolph LLbers Wittib sollen Mittwoch den löten d. M. Nachmittags tun


