Ausgabe 
7.3.1807
 
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Nachricht.

So wenig man auch, bey der allge- mein anerkannten und unbezweiselr zu­verlässig vor den natürlichen Kinderpo­cken schützenden Eigenschaft der Kuhpo- cken hatte erwarten sollen, daß es noch Eltern geben könnte, welche ihren Kin­dern die Wohlrhak der Impfung mit Kuhpockenlymphe verweigern würden, so sehr har dennoch die Erfahrung der letzten Wochen das Gegentheil bewiesen, indem in mehreren, in der Nähe von Gießen gelegenen,. Orten die natürliche Kinder- pocken sich ausgebreitet und mit furcht­barer Heftigkeit die meisten einmal er­griffenen Kinder gelobtet oder auf immer entstellt haben.

Da sich nun in den letzten Tagen auch in der hiesigen Stadt die natürlichen Kin­derpocken gezeigt haben, so sindet man sich veranlaßt , dringend alle Elrern aufzufor- der«, um eignen Vorwürfenund demIam- merderkleinen unmündigen Kinder vorzu­beugen, ihre noch nicht durch die Kuhpo­cken geschützten Kinder von sachverständi­gen Aerzren oder Wundärzten ungesäumt mit Kuhpockenlymphe impfen zu lassen.

Da überdieß jeder Jmpfarzr arme ibrw darg^brachtwerdeude Kinder unentgeltlich mit Kuhpockenlympfe impft, so hegt man um so mehr das gerechte Vertrauen zu allen redlich Denkenden daß sie' nicht durch verkehrte ganz ungegründete Vor-' urtheile sich abhalten lassen werden, die ihnen als Eltern obliegende Pflicht,, für die Erhaltung des Lebens und der Gesund­heit ihrer Kinder alle: Sorge zu tragen,, möglichst zu- erfüllen^ . Giessen den 6tew Marz, 1807* M Balser,

M^diainalrath^

Bekantttmachurrgerr,.

i)x Auf Requisition des Grossh erzog» lichen Amtes zu Grünberg wird hier- durch bekannt gemacht,, dass bis nahe bei :

, gelegene, sogenannte Holz-

' wühleauch Dickelsmühle genannt

1 we.che eine Un-versitats - Erble.he ist! S°»"<-b-nd den I4. März RachmirragS llli)r nebst öcn dazu gehörenden Güler- stucken an den Meistbietenden unter den alsdann bekannt gemacht werdenden Be­dingungen verkauft werden soll. Vorer­wähnte Muhles bestehet in einem Müh- ienbau, der häuslich eingerichtet, und nut einem oberschlichtigen Mahlgange vcneiwu^ .stsodann in einer Scheuer

An Gnterstuckeu gehören dazu:

^2 Morgen 54 Ruthen Wiese, vor­der Muhlehinter der Scheuer ist Eökibs Baum- und Erasgarten gegen der Mühle.

b) 1 374 Morgen 40 Ruthen Baum­und Grasgarren samt der Wiese ne» den der Mühle..

c) l Morgen igRuthen, der Bern über den wilden Gruben, ö

^).Z38 Ruthen- Ackerland,' am Berg, über den wilden Gruben..

Von dieser Mühle-wird jährlich entrichtet r 1) jur Großherzvgl.chen Rentei Erün- berg i st. 17 fr. x Pf. Zins

2) zur Universiräls - Vvgrci daselbst 6 Achtel Korn Mühlenpacht, und 15 kr. wegen Benutzung des Gegra- ses an den wilden Gruben-Lammen.

Hier muß noch bemerkt werden, daß kei­ner zum Geboth gelassen werden wird^ der nicht gerichtliches Zeugniß über seine Keuntluffe als Müller,, und daß er prästiren könne, beibriugt..

Gießen den 2. März 1807..

Großherzoglich Hessisches Stadtamb daselbst,.

Rayss.

2) Demnach die' hiesige- Herrschaft» llche Erbleihmühle, die Stadrmühle ge» nauur^ bestehend in* zwey Mahlgänge», ein