Erklärung des Unterschieds der Weisheit und Gelehrsumkert.
(Verfolg.)'
Dieser erfordert, daß man sich frühzeitig gewisse allgemeine Maximen festsetze, die nicht überschritten werden müssen, «Man mag nun bei ihrer Befolgung Las zeitliche Glück, welches m bre Äugen fällt, wirklich machen, oder nicht; genug, wenn jene nur vernünftig sind, vnd vernünftig beobachtet werden, denn dieses steht nrcht in unserer Gewalt, eö setzt hundert Gelegenheiten, Umstande «nd oft nnmerkliche Kleinigkeiten voraus, Lre auch der Klügste nicht erzwingen kann. Aengstlich nach Rrgein zu handeln, ist nicht klug gehandelt, wert die gar grose Regelmasigkeil einen zu gebundenen und eingeschränkten Geist verrälh, der immer aufmerksam auf seine, ost sehr specielle Regeln, die schönsten Gelegenheiten nicht sieht, die er zu seinem Woyiseyn anwenden könnte. Ohne alle Maximen im entgegengesetzten Halle zu handeln, ist noch schlechter, weil es ein Zeichen von einem ganz unbestimmten und saft absichllvsen Charakter ist.
Mau könnte dazu folgende drei an- Nehmen, die viele anoere specielle unter sich schließen; unö so fest und unwandelbar jene »eyn müssen, so erfordern diese bte und da Ausnahmen, damit die Ollgemelneit vernünfiig beobachtet werden köilnen.
r) Man lerne sein Metier nicht vbenhiu, sondern gründlich. Es ist ohne weiteres Erinnern klar, daß sehr häufig ein unbedachtsamer Jüngling sich, oder Vielmehr die Selntgen ihn höchst unvernünftig zu einer Lebensart bestimmen/ dazu er gar nicht bestimmt werden sollte. Dies ist die erste Thorheit eines Menschen und die Mutter von unendlich vle-
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len andern, die nachher durch das ganze Leben begangen werden Dies aber hier bei Seite gesetzt; so suche er, wenn er sich nun einmal eine gewisse Lebensart erwählt hat, sie mag auch so klein seyn, alS sie immer will, die größte Vollkommenheit in ihr zu erreichen , nutz eine ganz natürliche Folge davon wird seyn, daß er von andern geachiet und jeine Verdienste mit Bei füll erkannt werden Ists nun aber Nicht mehr als Tbvryeit und Unverstand's ists nicht auch ost Bosheit und Betrug, wenn sich Leute in Aem- ter elnzuoringen suchen, ,btc gar nicht ihr « Beruf seyn sollen, well ihnen nichts Geringeres, als die notbwendige Kennt- nls und Geschicklichktll dazu mangelt? Entweder sie sind geschäftig und willig, und bei aller ihrer Geschäftigkeit und gu* un Willen machen sie einen ti örlchte» Fehler nach dem andern, dadurch sie lächerlich werben ; oo«r sie sind langsam und untbatig, und andere müssen sie übertragen. Je mehr jemanden von dies jer Kenntnis und Fähigkeit fehlt, desto mehr unbrauchbar muß er ftyn, und um desto brauchbarer ist er, ft mehr er von dem weiß, was zu feinem Amre erfordert wird. Es giebr viel Stellen, deren Verwaltung wahrhaftig eine grose Kennt- nrs, Wissenschaft und Application vor- ausjezl, und eben hier meyuen und sa- gen eS auch wohl unverständige Thoren, daß sie sich ber aller ihrer Ungeschicklichkeit am besten darinnen ausnebn-en wür-
Allerdings, denn die btft/n und schlechtesten in einem Costegio siqnalisis r-n sich, und dies geschieht von den lez- ten, aber zu ihrer Schande und zum Schaden, des Dienstes, der ihre ßpfiicht seyn sollte, da die Besten hingegen zu ihrer Ehre, zum Vortheile anderer und zum Ansehen ihrer Gesellschaft arbeiten»
(Der Verfolg künftig,)
Ve-


