Ausgabe 
29.3.1806
 
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) 50 (.

Von

der menschlichen Glückseligkeit, und den Mitteln sie zu befördern.

Des Menschen Glück nicht einM schranken,

Verlieh ihm Gott die Kraft zu den­ken ,

Und sprach: Mensch! schaffe dir ' dein Glück.

Die Welt ist voll von Menschen, die glücklich seyn könnten , nnd doch elend sind. Man kann ohne Ungerechtigkeit gegen den unendlich weisen und gütigen Urlieber der Natur nicht anders denken, als daß er es den grosen Reihen der Elenden in der Welt an Mitteln glück­lich ;n seyn nicht bade fehlen lassen. Denn die Glückseligkeit der Menschen war ein Schöpfungszweck der Gottheit. Dem ungeachtet bestätigt die Erfahrung, daß ein groser Theil der Sterblichen auf Er­den unglücklich sey, und sich mit Sorgen und Kummer quäle Bemerkten wir dies nur unter den Laufen der Armen, Nie- drigen, Kranken, Verachteten; so wür­den wir uns nicht sehr wundern. Allein wenn wir das Elend auch i" Palläste ein- dringen sehen , die unsere Einbildung von lauter Freuden bewohnen laßt, wenn wir von Kummer, Sorgen und Unzufrieden- heit auch diejenigen verfolgt sehen, in deren Platz wir uns nicht ohne Entzü­ckung in Gedanken setzen können; so ver­wundern wir uns billig, und entschließen uns, einer Sache nachzndenken, die un- ter die seltensten Erscheinungen gehören sollte, und uns doch alle Tage vor Am­gen steht.

Was ist demnach Glückseligkeit für die Menschen ? Besteht sie in dem Be­sitze und Genüsse dessen, was in der That

ein Gut ist, und seiner Natur nach un­sere wahren Bedürfnisse stillen kann 7 So scheinet es; so sollte es seyn; aber so ist es nicht. Denn sonst müßten alle Ge­sunde, die in der Welt so viel finden, wo­durch sie ihren Hunger und Durst stillen, und ihren Leib vor Frost und Hitze schü­tzen können, sonst müßten die mehresten Menschen glücklich seyn, weil Gott um sie her unzählige Güler verbreitet hat, daraus sie Nothdurft, Nutzen und Ver­gnügen schöpfen können Es giebt io- gar Menschen, die selbst im Ueberflusse dieser Gaben, mitten im Re-.chthum, im Schvose der Ehren, unglücklich sind. Und daher bezeugt die Erfahrung, daß wir unsere wahre Glückseligkeit in Din­gen äusser uns suchen. Ihr Grund liegt in uns selbst.

( Die Fortsetzung folgt.)

Bekanntmachungen.

i) Dienstag den rzten April Nach- Ml'ttaqs um 2 Uhr, soll auf babiefißem Rathhaus das von dem Georg Hartmann Benner zurückgelassene Stück Land am al­ten Schlag , neben dem Kramer Runkel u. der Wittfrau Rotin gelegen, welches mit dem Weg ohngefabr einen Morgen halt, öffentlich an den Meistbietenden versteigt werden. Ruthenmaas und Bedingungen werden bei dem Verstrich noch naher und bestimmt angegeben.

Glessen den 28ten Marz 1806.

Dietz.

2) Montags den giten d. M. Nach­mittags um 2 Uhr, sollen auf dabiesigem Rathhaus nachfolgende, dem Burger und Fuhrmann Philipp Burkhard zugestan­dene Güterstücke

i) Fz Rnt. irSch. Acker am Krofdor- fer Weg, neben Johann Henrich Mich und Ioh. Henrich Noll,

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