Ausgabe 
27.12.1806
 
Einzelbild herunterladen

* ) Zoo ( -E

An mitleidsvolle Herzen.

Wir, in der fneDhcUfteir von Gott gegebenen glücklichen Ruhe, werden zwar in unserer Stadl und Gegend durch die Nahe der großen Menge in mörderischen Schlachten jämmerlich Verwunderen nicht zu den mühevolleren Beweisen der Men­schenliebe aufgefodert; es rührt auch nicht zu einem scbauervvllen Mltleiden. uns eme eigene Anschauung de6 erbar­mungswürdigen Zustandes so vieler Bra­ven, die im Gefühle der Tugend für den allgemeinen Frieden ihr Blut verspritz­ten sich Wunden schlagen ließen für einen Frieden, der durch seine Allgemein- heit und Festigkeit einem jeden der Staats­bürger den ruhigen Besitz und Genuß seiner Güter, feinen Wohlstand und Ge­werbe sichern soll. Aber die genaueren Beschreibungen von dem vielfachen Elende der ächzenden Verstümmelten ( nicht zu gedenken, daß dieses um so höher steigt, als die bedrängte» Gegenden unterdessen durch die unzahlbaren Anfopfernnae" xn sehr, ja beynabe gänzlich erschöpft sind, als daß die nöthige- Pflege für dre Un­glücklichen von ihnen noch länger zu er­warten stünde) geben uns jedoch solche lebhafte Vorstellungen von der großen Noth , daß unsere Herzen nur sehr schwer sich werden enthalten können, mit einer Hülfe, die auch aus der Ferne zu leisten «ns nicht unmöglich bleibt,. so schnell als möglich, herbepzueilen nämlich nut Beilragen an Charpie, Bandagen und überhaupt an reinem Leinwand. Durch diese können wir so manchem Weh­klagenden einige Bequemlichkeiten für seine Wunden geben, so seine Schmerzen ihm lindern und dre Genesung, erleichtern ja einem jammervollen Tode wob! in der Ferne einen edlen Krieger entreissen hel­fen , den wir einmal noch als den besten Freund vielleicht an unsere Brust drü­cken^ Welch, einr SeeligkeiL alö-

denn dem guten Herzen das frohe Ve- wußtsevn, durch mitleidsvolle tharige Menschenliebe da« Elend des Nothleiden- den auch nur in etwas ihm erträglicher ge­macht auch nur einem einzigen Auge schmerzvolle Thräncn abgelrocknet zu haben l

Solche freywillige Unterstützungen ( sollten sie gleich von Vielen Itn Einzeln nur klein gereicht werden können , so wer­den sie doch durch die Menge hoffentlich beträchtlich seyn ) werden in Mainz und Frankfurt a. M. mit Dank angenomen. Einsweilen dürfen nur die milden Bey- träge an znbereiretem und unzubereite­tem Linnen sauber eingepackr auf der Vriefpost abgegeben werden, wo sie als­dann nach dem Orte ihrer Bestimmung befördert werden. Im Uebrigen können die uneigennützigen Hrn. Unternehmer versichern , daß dies nur allein aus inni­gem Gefühle des Mitleids geflossen ist, und sic wfinftpni ffii vie leidenden Mil­li rüder Nichts mehr, als den schönsten Erfolg ihrer wohlgemeinten Bemühungen.

Eine menschenfreundliche Gesell­schaft von Honoratioren.

Bekanntmachungen.

i) Da sich in dem hiesigen Amts- Depositen - Kasten die in dem angehen­den Verzeichmß nach der Aufschrift der Paquete bemerkte aus den Zeiten vor mei­ner Anstellung dahier herrührige depo- nirte Gelder vorsinden,. deren Eigenthü- mer unbekannt geworden sind und welche daher nicht reftituirt werden können: so werben auf hohem Befehl alle diejeni­gen ,. die irgend einen rechtlichen Anspruch daran machen und begründen zu können glauben, durch die öffentliche Ladung aufgefordert, sich binnen 8 Wochen, wel­che Frist ein für allemal anberaumet wird, bei. unterzeichnetem Grvöherzogl, Amt

iw