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Vsm Wol;ltl)un, wszrr der Stand verbindet.

(Verfolg.)

- In der That sollte auf diese Art gutes zn thun mehr gesehen werden, als ge­wöhnlich geschieht: und ein jeder au-dem Mittelstände sollte darauf bedacht seyu, wie er seine Umstände so verbessern wolle, daß er so vielen Händen, als es lhm vermöge seines Gewerbes möglich wäre, Arbeit verschaffte. Ein Handelsmann z. E. der täglich vielen Fleißigen, die er rn seinen Dienst nimmt und denen ei ge­wisse Geschäfte anweist, Brod und Un- rerhalt giebt; ein Handwerksmann, der seine Kunst so zu verbessern und seinen Verdienst auf eine ehrliche Weise durch Fleiß und Witz so zu vermehren weiß, daß er viele, die ihm zur Hand geben, ernähren kann: erweisen dem menschlu- eben Geschlechte eine unendlich größere Wohlthar', als diejenigen, dre mit ih­rem Ueberflusse einen reden müßigen Bett' Zer unterstützen: nicht aus ed.em Mit- . leiden, indem sie vielleicht gegen wahre .Nothleidende unbarmherzig sind, ton- lern nur um sich ihres ung-stumm-" Bet' telns zu erwehren und sich seilst Ruhe zu verschaffen. Aber woher kömmt cs, daß es m Mittelstände so wenigen ge­lingt sich auf die Art allmählig zu er-- heben? Gleichwie Laster überhaupt ue Seelenkrafte stumpf ch^hen, a so be,o . dert die Religion in redem Stande d e Fähigkeiten des Menschen und giebt die nöthige Klugheit an die Hand: sie er­weckt nicht nur den Eifer, .seinem be­rufe ein Genüge zu thun und alle uns obliegende Geschäfte mit anhaltender Treue und Unverdroffenheit Z" verrichten, sondern sie gewöhnt auch das Gemuth, die Folgen zu überlegen und tn die Zu- $* nft zu schauen. Aus Begierde ehrlich durchzukommen, wrrd derjenige, welcher

mit der Absicht sich nützlich zu machen einen Stand ergriffen har, gleich An­fangs von seinen Einnahmen einen rech­ten Ueberschlgg machen: er wird , bei mittelmäßigen Einkünften, sparsam Haus­halten , sich alles Ueberflüssige und Ent­behrliche entziehen, sich nach seinem Ver­mögen einschranken, das Seinige genau zu Ratbe halten und sich aufs sorgfäl­tigste hüten, daß er nicht in Schulden kömmt; oder wenn er bei seiner ersten Einrichtung nicht alle Schulden vermei­den kann, so wird er doch darauf denken, wie er sie nicht anschwellen lassen, son­dern von Zeit zu Zeit abtragen will, da­mit nicht diejenigen, die ihn durch ein Darlehn unterstützt haben, bei ihm am Ende zu kurz kommen.

Diese haushälterische Klugheit, diese Sparsamkeit, diese Einschränkung seiner Ausgaben nach seinen Einnahmen ist so weit vom Geize entfernt, daß, glcich- rvie dieser eins der schändlichsten vaster ist, also jene Tugend der wirthschafrli- chen Klugheit und der genauesten Ord­nung in seinen Rechnungen nicht nach­drücklich genug angepriesen werden kann. Denn so empfindlich es seyn muß, wenn man keinen Augenblick sicher ist, ob man nicht durchs Recht dasjenige, was man bisher als sein Eigenrhum betrachtet hatte, verlieren wird; so beruhigend ist es, wenn man über seine unvermengten Güter für sich und die Seinigen gebie­ten darf; und so marternd es am Ende des Lebens ist, wenn der Geizige bei seinem Goldklumpen, von dem er sich ungern scheidet, die Vorwürfe nicht hin­dern kann, daß er mit diesem Ueberflusse, der hinreichend gewesen wäre, viele hun­dert Brüder glücklich zu machen, wenig gutes gestiftet habe: so angenehm muß in der Stunde des Todes die Erinnerung s-x», feinem durch Nachlässigkeit uni