Ausgabe 
20.12.1806
 
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An mitleidsvolle Herzen.

Wir, in der friedlichsten von Gott gegebenen friedlichen Ruhe, werben zwar in unserer Stadt und Gegend durch die Nahe der großen Menge in mörderischen Schlachten jämmerlich Verwundeten nicht zu den mühevolleren Beweisen der Men­schenliebe aufgefodert. Cs rührt auch nicht zu einem schauervollen Milleiden nns eine eigene Anschauung des erbar- mungswürdigen. Zustandes so vieler Bra- nen , die im Gefühle der Tugend für den allgemeinen Frieden ihr Blut verspritz­ten sich Wunden schlagen ließen für einen Frieden, der durch seine Allgemein­heit und Festigkeit einem jeden der Staats­bürger den ruhigen Besitz und Genuß seiner Güter, seinen Wohlstaud und Ge­werbe sichern soll. Aber die genauere Beschreibungen von dem vielfachen Elende der ächzenden Verstümmelten ( nicht zu gedenken, daß dieses um so höher steigt, als die bedrängten Gegenden unterdessen durch die unzahlbaren Aufopferungen zu sehr, ja beynahe gänzlich erschöpft sind, als daß die nöthige Pflege für die Un­glücklichen von ihnen noch länger zu m warten stünde) geben uns jedoch solche lebhafte Vorstellungen von der großen Noth, daß unsere Herzen nur sehr schwer sich werden enthalten können, mit einer Hülfe, die auch aus der Ferne zu leisten nns nicht unmöglich bleibt, so schnell als möglich, herbeyznei^n ich meyue mit Beiträgen an LhapHie, Bandagen und überhaupt an deinem Leinwand. Durch diese köpuen wir so manchem Weh­klagenden einj-ge Bequemlichkeiten für seine Wunden g-ben, so seine Schmerzen ihm lindern die Genesung erleichtern ja einegk jammervollen Tode wobl in der Ferne einen edlen Krieger entreissen hel­fen,-den wir einmal noch als denbesten Fr/und vielleicht an unsere Brust drü­cken. Welch eine Seeligkeit giebt als-

tzenn dem guten Herzen das frohe Be- wußtseyn, durch mitleidsvolle rhätige Menschenliebe das Elend des Nothleidea- den auch nur in etw'as ihm erträglich ge­macht auch nur einem einzigen Auge schmerzvolle Thränen abgetrocknet zu haben!

Solche freywillige Unterstützungen ( sollten sie gleich von Vielen im Einzeln nur klein gereicht werden können , so wer­den sie doch durch die Menge hoffentlich beträchtlich feyn ) werden in Macnz und Frankfurt a. M. 'mit Dank angenommen. Einsweilen dürfen nur die milden Bey- trage an zubereikerem und unzubereite- tem Linnen sauber eingepackt auf der Briefpost abgegeben werden , wo sie als­dann nach dem Orte ihrer Bcstiiumung befördert werden. Im Uebrig.n können die uneigennützigen Hrn. Unternehmer versichern, daß dies nur allein aus inni» gem Gefühle des Mitleids geflossen ist, und sie wünschen für die leibenden Mit­brüder nichts mehr, als den schönsten Erfolg ihrer wohlgemeinten Bemübungen.

Eine menschenfreundliche Gesell­schaft von Honorarioreu.

Bekanntmachungen.

i) Diejenige Herren, welche bei mir grüne Halbmaas - Vouteillen und Glä­ser bestellt haben, können solche jezt in Empfang nehmen. Dvminicus Rossi.

2) Ich mache hiermit bekannt, daß ich sowohl im Schieshaus, als auch in der Stadt in meines Vaters Haus auf dem Kreuz, Wirthschafr führe, beste­hend in Bier, Branowein und Aepfel- wein, sowohl über die Strafe, als im Haus. Konrad Plank.

3) Frische Holländische Häringe, das Stück ä 4. 6. und 8 fr. find zu haben, bei Johann Melchior Pistor.

4) Bei