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Von der menschlichen Glückseligkeit, und dm Mitteln sie zu befördern, (Verfolg. )

Eine vernünftige und weise Erzie­hung hat offenbar den stärksten Einsinß in die Glückseligkeit des folgenden Le­bens. Denn Kindheit und Jugend ist vorzüglich diejenige Zeit, da. die noch reicht eingewurzelten und durch Gewohn­heit noch nicht verhärteten Neigungen ge­beugt, und wohin sie sollen gelenkt wer­ben können. Wenn hingegen die Jugend zu ausschweifenden Neigungen gewöh­net wird, oder denselben kein Einhalt ge­schieht; was Wunder, daß sie in den folgenden Auftritten des Lebens des Ge­nusses wahrer Glückseligkeit unfähig wird, und früh empfindet, daß sie und die Einrichtung der Welt sich nicht für einander schicken? Denn der Schöpfer hat seine Welt nicht für die ausschwei­fenden Wünsche der Thoren gemacht, son­dern so, daß die Neigungen der Weisen «nd Tugendhaften darin ihre Vefriedi- gung erlangen können*

Mau sieht leicht, daß nach dem an- «eaebenen Milte! es möglich seh, daß alle Menschen glücklich sevn können, ja daß der Mensch selbst bei Erduldung wirklicher Nebel glücklich seyn könne. Es kömmt nur darauf an, daß wir unsere Uebel als leidlich betrachten, daß wir es uns nicht von der schlimmsten Seite vor­stellen, daß wir es nicht, wie viele tbun, welche Belieben daran finden, ihre eigene Peiniger zu seyn, in unserer Einbildung vergrößern; sondern daß wir es vielmehr unter der Gestalt des Guten, oder doch von der Seite des damit verknüpften Guten betrachten, und, welches das vor- uehmste ist, daß die Empfindung eines Uebels uns nicht blind und unempfind­

lich macht gegen düs übrige Gute , wel­ches wir geniesen. Denn es ist wohl aus­gemacht, daß die Zahl und Gröse des Guten im menschlichen Leben , das darin befindliche Böse überwieae. Und dies Uebergewicht des Guten ist schon hin­länglich , uns in den Stand zu setzen, daß wir nicht unglücklich sind. Dies ist die Art der Glückseligkeit derer, di- in nie­drigen Hütten vergnügt wohnen, die wirklich ihre Tage unter grvfev Lasten znbringen, der Armen, die fremdes Mit­leid ernähret, diesichaber, beidemMan- gel zeitlichen Guts, der Gesundheit, der Tugend und anderer Dinge erfreuen kön­nen , die oft den Reiche» mangeln. Dies ist die Glückseligkeit der Taglöhner, de­nen alles mangelt, was sie nicht durch sauren Schweiß, der jeden Tag ihres mühsamen Lebens bezeichnet, gewinnen. Ja, ich habe Menschen gekannt, die selbst anfeinem beständigen Siechbette, wovon sie nur durch den Tod erlöset zu werden hoffen konnten, und unter der Abwech­selung vieler Schmerzen glücklich geprie­sen zu werden verdienten, weil ,le ihrem Gemüthe den Widerstand der Neigungen gegen diese Art göttlicher Prüfungen zu benehmen , und es durch den Genuß geist­licher und himmlischer Güter zu einer über­wiegenden Freudigkeit zu gewöhnen wuß- ten. Vielleicht ließe es si'ch behaupten, daß dies die einzige Art dcr Gluck'elig- keit sey, die sich für Menschen auf Er­den im Stande der Prüfung und Unvoll­kommenheit schickt, und deren wir äusser dem Traume fähig sind

(Die Fortsetzung folgt.)

Ediktakvorladung.

Nachdem Jacob Schäfer von Allen- dorf vor mehreren Jahren da weg, und auf die erlernte Schneiderprofcssivn ge­wandert ist, seit der Zeit aber mehrma- len. And noch znlezt bei Vermeidung der

Ver-