Ausgabe 
15.2.1806
 
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Forrsezzung der Gedanken

Aber Landes sperren und Theurung der Lebensmittel.

Hierzu kommt: daß die meisten Staaten in Deutschland von fremdem Gebiete so nahe berührt werden, daß viele davon fast nichts als Grenze find. Dieser Umstand begünstiget den Schleich­handel, und reizt durch die nahe und leichte Gelegenheit den gemeinen Einwoh­ner überall dazu an. Nimmt er über­hand, so richtet er den Handel und das Land selbst zu Grunde, weil er eine Menge brauchbarer Hande von der nüzlichen nnd gewohnten Arbeit zu einer einträg- lichern aber höchst schädlichen Beschäfti­gung abruft. Soll er gehemmer, oder ganz gehindert werden, so entstehen neue Schwierigkeiten. Unzulängliche Anstal­ten dagegen sind unkräftig, und bleiben vhne Würkung; hinlängliche aber sind sehr kostbar und äuserft drückend für das Land. Ein kleines Heer von Anfpas- sern, Brigaden, Ausreutern, Visitato­ren, nebst den übrigen kleinen und gro- fen Zoll- und Accise-Bedienren wird er- -fordert, das Kontrebandiren zu wehren. Diese Leute sind kostbar zu unterhalten, und bis jezt hat man durch keine Vor­kehrungen die Plakereien verhindern kön­nen , welche sonderlich von ihrer niedern Klaffe ansgeübt werden. Eher wird man dem Soldaten int Felde das Marodiren ab gewöhnen. Die Strafgesetze müssen bei Kontraventions - Fallen hart seyn, wenn sie Eindruck machen und schrecken sollen; und sind sie das, so werden sie einen beträchtlichen Theil der Einwohner ins Hospiral, auf die Festung, oder Lus dem Lande bringen.

Man erwäge doch ernstlich, was der unvergeßliche deutsche SraatSwlrth

Herr v. Gtruensee von dem Verbote der Ansfnhr des baaren Geldes und von dem Schleichhandel sagt: Ein solches Ver­bot hat auch die nachtheiligsten Folgen. Erstlich wird die Nation dadurch zum Schleichhandel gereizt. Der Gewinn, der in diesem Fall durch die Metall-Aus­fuhr erhalten wird, ist so reizend, daß selbst Festnngs- Galeeren- und Lebens- sirafen den Schleichhandel nicht hemmen können. Welche schreckliche Folgen aber entstehen nicht aus dem Hang einer Na­tion zum Schleichhandel ? Das daran- bewürkte Nebel ist so groß und so nm sich greifend, daß ich ohne alle Ausnahme eine jede Finanzoperation tadle, die die­sen Reiz giebt; den Schleichhandel aber selbst kann hernach der Staat mit allen dagegen zu treffenden Maaßregeln nicht verhindern."

Die Unwürksamkeitund schäd­liche Tendenz der l)erfolgungsgesctze in alle in , was die Religion betrift, find schon lange anerkannt worden, und eo ist nicht wahrscheinlich, daß ähnliche Gesetze hei dec Leitung des Getreidehandcls, größer» Nutzen lei­sten sollen. Sie sind vielmehr allezeit schädlich, und bringen gewöhnlich eine ganz andre Wirkung hervor, als. dieje­nige, welche man dabei zur Absicht hatte. Sollte man also dieser wichtigen Frage einst diejenige Aufmerksamkeit widmen, welche sie unstreitig verdient, so dürfen wir mit Recht hoffen, daß alle Ein­schränkungen , womit man bisher den Kornbandel belegt hat, werden aufgeho­ben werden.

( Die Fortsetzung folgt.)

Bekanntmachungen.

i) Da zur Festsezznng des Nachlas­ses des dabierverstorbenen Landgräflichen Regierungsralhs Herrn Adolphi, erfor­derlich