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Vom Wohlthun, wozu der Stand verbindet.

(Verfolg.)

Ich komme auf denjenigen Stand, der unter allen der glücklichste und viel- keicht eben deswegen der zahlreichste ist. Ich rechne alle diejenigen hieher, die rnchr durch überflüssige Reichthümer oder durch ein vorzüglicheres äusserliches An­sehen über dengrosen Haufen des mensch­lichen Geschlechts erhaben sind, und doch, nach dem Vermögen für sich und andre zu sorgen, nicht unter die gering­sten gerechnet werden : diejenigen, welche durch ihre Lebensart und täglichen Er­werb , bei anhaltendem Fleiße in ihren Berufsgeschaften, wenn gleich selten ei­nen Ueberfluß, doch von einer Zeit zur andern einen gewissen Vorrath erlangen können, welcher für sie und die Ihrigen, <»uch zu den Liebeswerken, zn welchen sie durch besondre Veranlassungen und Ge­legenheiten aufgefodert werden, hinreicht. Ihr also, in deren blühender Aufnahme die Starke eines Volks, der Reichthum des Landes und die Macht des Fürsten Lesteht; Handelsleute, Handwerker, Bür­ger ! Durch euch werden diejenigen Gü­ler herbeigeschafft, welche das mensch­liche Leben bequemer und angenehmer machen. Ohne euch würden die Men­schen in Wüsten leben und unser Land rioch mit den Waldungen, in welchen unsre Vorfahren wild herumirrten, über­deckt seyn! Ohne euch würde noch überall unter den gesittetsten Völkern die fürch­terlichste Barbarei herrschen.

Aber seitdem der Witz der Menschen zu ihrer grösern Bequemlichkeit Künste und Handwerker erfunden hat, ist ihr Verstand allmahlig weiter ausgebildet worden. Der Witz, mir welchem sie auf eine grösere Mannigfaltigkeit des

menschlichen Lebens dachten, leitete sie natürlich zum Nachdenken über dieKräfte ihrer Seelen. Sie vereinigten sich, weil sie durch den Umgang und durch die Sprache ihre Begriffe vollkommener und ihre Beschäftigungen abwechselnder mach­ten. Die klügsten unter ihnen wurden Gesetzgeber. Die Wissenschaften wur­den beliebt und bildeten ihre Sitten. Die Religion verband sie noch genauer unter einander: und je richtiger ihre Er- kennlniß von Golt war, desto gemäsig- ter ward die Regierung ihrer Fürsten, desto glücklicher wurden die Völker. Ein Land ward umso viel blühender, je mehr sich der Fleiß und die Arbeitsamkeit sei, ner Einwohner beschäftigte. Gewohn­heit, Uebung und Erfahrungen gaben den Künsten von Jahrhundert zu Jahr, hundert eine vollkommene Gestalt : jede Kunst trug etwas zur Beförderung der gemeinschaftlichen Wohlfahrt bey: die Künste selbst vervielfältigen sich : und ob­gleich der Menschen immer mehr wurden; so fehlte es doch keinem, der Lust hatte seinen Witz zu üben und seine Kräfte zur Arbeitsamkeit anzuwenden, an einer Le­bensart, die seinen Neigungen und Fä­higkeiten gemäs war, und durch welche er seinen Unterhalt erwerben oder gar noch einigen Vorrath erübrigen konnte.

(Die Fortsetzung folgt.)

Steckbrief.

Bei einem zwischen dem Einwohner Johannes Schick zu Rosdorf hiesigen Amts, und des dasigen Gerichtöschöpfen Preisen Knecht Jacob Weih aus Allendorf Amts Neustadt gebürtig, am 25tcit des vorigen Monaths Mai vvr- gewefenen Sireite hat Ersterer einen Schlag auf den Kopf bekommen, woran er am 29. Mai gestorben ist.

Der Weih hat sich, ehe dem hiesi­gen Amte von dem Vorfälle Anzeige ge- schah,