Ausgabe 
9.8.1806
 
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) 126 (*

Vom Wohlthun, wozu der Stand verbindet.

(Verfolg.)

Ich habe das Gute genannt, wozu die Niedrigsten und der Mittelstand durch ihr Verhältnis gegen den Staat ver­bunden werden, und welches sie zum Theil wirklich leisten. Diejenigen, wel­che über beiderlei Stande erhaben, und unter die Angesehensten des, Volks ge- sezt sind; Reiche oder Geehrte, durch welche Vorzüge sie sich auch von dem grosen Hauftn ihrer Mitbrüder unter­scheiden; ziehen aus den vorhergehenden Betrachtungen von selbst die Folge, daß ihr Stand unendlich mehr von ihnen fo- dert. Sie konnten durch das Vermögen ihrer Vorfahren sorgfältiger erzogen, und ibr Geschmack, ihr Verstand, ihr Herz besser gebildet werden. _ Schon aus die» sem Grunde verdienen sie unsre Hochach­tung und Ehrfurcht: und wir erkennen es daher für heilsam, daß der Regent aus ihrem Stande diejenigen auswahlt, denen er eine allgemeinere oder nähere Aussicht über die Wohlfahrt des Landes anvertraut. Je mehr sie ihrem höher» Berufe ein Genüge leisten, desto auege- breiteter ist der Nutzen, den sie stislen können. Sie haben das Vermögen, die Hülflosen nachdrücklicher zu unterstützen; und das Ansehen, durch ihr Bestpi-l weit mehrere, die sich nach ihrem Muster rich­ten , tugendhafter zu machen ^och wenn es gleich auch unter den Vornehm­sten und Reichsten Menschenfreunde giebt, die sich dis zum Niedrigsten und Germg- sten mit ihren Wohlthaten herab.asten, die Elenden in ihren Hutten selbst aus/ suchen oder sich nach den Norhleidenden erkundigen lassen: so ist es ihnen doch zum Theil bei schweren Geichaften oder wegen der grosen Entfernung oder um unvermeidlicher Zerstreuungen willen nicht

allemal möglich, im Kleinen so viel Gu­tes zu thun , als die Summe des Uebels unter den Niedrigen, bedarf und als sie vermöge ihrer Reichthürner und ihrer Macht thun könnten.

Die Menge der Elenden im verach­teten Haufen und imMitlelstande bleibt beständig gegen die geringe Anzahl der Vornehmen und Reichen zu groß , als daß ihnen jeder Fall, wo sie vielleicht gerne helfen würden, bekannt werden könnte. Der nothleidende Landmann, der verarmte Bürger, die verlassene Wittwe mit ihren unmündigen Kindern, sind zu schüchtern, und wagen sich nicht in die Hauser derGroßen. Die Zuflucht zu ihres gleichen ist ihnen näher und leichter: sie schämen sich, ihre Umstände andern, als solchen zu klagen, die mit ihueu in gleicher Gefahr stehen, ebenso elend zu werden, und die sich dauer, wie sie glauben, geschwinder zu ihrem Vor, theile erweichen lassen.

( Die Fortsetzung folgt. )

Bekanntmachungen.

i) Da das Waarenlager von des dahier verstorbenen Burger und Han­delsmann Konrad Balthaser Buschen Willwe, so in verschiedenen Sorten Tü­cher , Bieber, Flanell, Baumwollen - Hanauer - Sommer- und Lemenzenge, Kattune, Tamis, Wcsienzeuger, Ran- quinette, Zwilch, Manschester, Satin et, Casimir, Nesseltuch, Museline, Hals­tücher, Sammet, Taffeut, Atlas, Cha» Ion , Rasch, Kalmuk, Barchent, Hand­schuh, Strumpf, Caktücher, Pique, Seide, Flor, Wachstuch, Bänder, Schnür, Tobak, vielleicht i bis 200,000 Pftifeu von Erd und mehreren anderen Artickel der Art bestehet, öffentlich und gegen gleichbaldige baare Zahlung an den Meistbietenden versteigt werden soll ;