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Der Tempel des Glücks. Ein Tran m.
(Verfolg.)
Hier sah und fühlte ich das, was ich vorher nur vermuthet hatte. Ich stand eine Zeitlang entzückt da, und hatte beinahe geglaubt im Himmel zu seyn. Doch, so entzückt ich auch war, so konnte ich' doch nicht anders, als mich verwundern, daß das Gedränge inwendig so stark, als in den TKoren war. Jeder suchte sich dem prächtigen und kostbaren Altäre zu nahen, worauf die Göttin mit dem Horne des Ueberflusses m der Hand saß. Sie schien einem jeden mit einnehmendem Lächeln zu winken, und sie schüttere auf die Umstehenden auS ihrem Horne die Kostbarkeiten aus, wovon es voll war. Die nächsten, bekamen das meiste, und die andern masten zum öfter« sich mit dem begnügen, was die ersten ihnen gutwillig überließen.
Ungeachtet ich unter die letzter» gehörte, so war ich doch im Anfänge sehr vergnügt mit den wenigen Geschenken, die mir zu Thei! wurden. Aber Mißgunst ließ mich nicht lange in dieser Ruhe bleiben. Dieses dürre, scheelsüchtige Schreckbild, welches beständig im Tempel herumschlich, insbesondere beim Al- rare, hatte kaum seinen Odem auf mich geblasen, als ich auf einmal gegen alle meine Glückseligkeiten fühllos wurde. Von diesem Augenblick an, reizte nichts meine Begierde", als das, was andre hattenund nichts konnte mich trösten, als die Hofnuna, auch so glücklich, wie sie zu werden. Nun sah ich erst mit Verdruß, daß viele eine weit vornehmere und gemächlichere Stelle in dem Tempel des Glücks bekommen hatten, als ich. Vor allem war es mir unerträglich, daß viele von denen, die ich durch die niedrige
Thür hatte hinein kriechen sehen, dem Altäre weit naher waren, und weit köstlichere Geschenke bekommen hatten, als ich. Ich bemühete mich lange vergebens, zu ihnen hinauf zu kommen, bis endlich ein Mann von grosem Ansehen, der mich hatte mit Areten in den Tempel kommen sehen, mir die Hand reichte, und mir weiter hinauf half. Arist, (so hieß dieser würdige Mann,) bewiest gleiche Bereitwilligkeit gegen alle Freunde Are- tens, und mau sah deutlich, daß eine einsichtsvolle Wohlthatigkeit die Triebfeder aller seiner Handlungen war.
(Der Verfolg künftig.)
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Bekanntmachungen.
i) Montag den zoten d. M. Morgens um io Uhr soll auf dem Rathkaus dahier das von der verstorbenen Elisabe- the Vögtin zurückgelassene in der Wall- thorstraft neben des Bierwirth Magnu- sen Wittib und dem Fruchtmesser Deubel gelegene WohnhauS, nebst der dazu gehörigen auf dem Asterweg gelegenen Scheuer und Stall, jedoch jedes besonders, auf Zielzahlung, an den Meistbietenden öffentlich versteigt werden Liebhaber dazu können sich also an besagtem Termin einfinden, die alsdann noch naher bekannt gemacht werdenden Bedingungen anhören, und nach Gefallen mit- bieten. Giessen den iztenDec. 1805.
Dietz.
2) Dienstags den giten d. M. Morgens um 10 Uhr soll auf dem RathhauS dahier das dem Schmidmeister Andreas Mudersbach zugehörige auf dem Neuenweg neben Emanuel Hoch gelegene Wohnhaus nebst Garten und Zugehör, unter denen bei dem Verstrich noch bekannt gemacht werdenden Bedingungen, öffent-


