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Die Ursache von der allgemeinen Bestürzung über einen plözlrchen Lod.
( Beschlus. )
Eben so wenig ist es eine beunruhigende Theilnehmung an den betrübten Umstanden, darin etwa die Hinterbliebenen eines geschwinde Verstorbenen gesetzt worden sind. Man wird dies ohne SSewejd zugeben. Ein nach einer vier- zehntägigen Krankheit erfolgter Tod wacht die Hausumfiande der Nachgebliebenen in ihrem Wesen, nicht im geringsten schlechter, als ein schleuniger Hintritt. Soll demnach die erschreckende Empfindung, die ein geschwinder Tod bei allen, die ihn hören, erregt, ihren Grund in einer bedauerten und verlassenen Familie haben : so muß sie, diese Empfindung bei einem langsam erfolgten Tode eben so stark, als bei einer geschwinden Verewigung seyn. Eine Behauptung , dafür uns gleichwohl eine beständige Erfahrung ihren Beifall versagt. Laßt uns also die Ursache von diesem allgemeinen Schrecken ganz anderswo suchen. Und wir finden sie, wo ich nicht irre, in uns selbst, in unserer eignen zu einem seligen Abschiede noch gar sehr unbereiteten Seele.
Wer kann es läugnen , daß die meisten Menschen, auch die nicht ausgenommen, deren Gottseligkeit keine Heuchelei zu seyn scheint, noch einen gro- sen Theil ihrer Bekehrung, ihrer Anschickung zum Eingänge in die Ewigkeit, bis aus das Sterbelager aussetzen? Ich berufe mich in dieser Behauptung auf das Gefühl aller derer, die etwa diese Gedanke» durchlaufen werden. Sterben muß ich, das ist wahr ! Aber ich bin noch lange nicht fertig zu dieser grosen
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Reise; dies ist auch wahr! Erst noch diesen Prozeß gewonnen ; erst noch diesen Feind gedemüthiget; erst noch das Glück dieses Kindes auf sichern Gründen gebaut. Gott wird mir die Gnade gönnen, und so lange leben lassen, bis ich diese Absichten glücklich verrichtet habe. Und sodann mache ich noch auf eine neue Gnade alle meine Rechnung. Eine lange Krankheit erwarte ich von dem Gott, der so voller Erbarmuug ist. Diese will ich redlich brauchen. Wenn der König der Schrecken erst alle meine Glieder zur Verwesung fertig gemacht haben wird, und ich nun sehe, daß mich der Wirbel der menschlichen Dinge bald mit sich forlreiffeu werdez denn will ich alles nachholen, was ich wegen eines seligen'' Todes bisher versäumet habe. Ja, mein Gott, diese Gnade, auf meinem Krankenlager noch erst herzlich fromm, noch erst dein Kind, noch erst wegen eines künftigen seligen Erbkheils recht gewiß zu werden, dise Gnade, mein Gott, die erwarte ich ganz gewiß von dir. Dies ist die Denkungsart fast aller Sterblichen. Ich frage noch einmal meine Leser , ob sie nicht aller Orten wirkliche Originale von diesem jezt entworfenen Bilde kennen , vielleicht in sich selbst kennen ? Kein Wunder demnach, wenn uns bei einer solchen schlechten Verfassung die Nachricht von dem schleunigen Tod unserer Brüder in die äusserste Bestürzung, in Zittern und in Schrecken setzt. Sv wenig kann man seinem Leben trauen. So unsicher ist es, wenn mau seine Zu- bereituug zum Tode, bis auf das Krankenlager aufschiebt. Vielleicht hat mein so geschwind in die Ewigkeit gerückter Freund eben solchen Plan von seiner Au- schickung zum Tode gemacht, als ich mir gemacht habe? Und so ist er wohl gar unbereitet, wohl gar äusser der Ge- Mtinschgft lstjs Gbtt, und folglich höchst unselig


