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Dle Fuuga lität.
(Verfolg.)
Das lächerliche Varurtheik: Pracht und Reichtdum macht vornehm! Was" für Verwüstungen richtet es inzwischen in der Welt an ? da fast ein jeder Stand iw die Ganzen desjenigender über ihm ist, eintritt; so Kat auch fast kein einziger in und durch sich selbst sein Auskommen.. Prächtige Armuth und glanzendes Elend erfüllet die ober» Ordnungen der Welt, und armseliger Uebennuth und elendes Grvßthuu die ruedrigen, alle aber Mangel und Elend- Diese fruchtbaren Mutter g-'babren wiederum neue Mangel und Fehler; Fehler in Erziehung der Kinder, und in Versorgung der Unsri- gen ; Fehler, in der so heiligen Treue und Glauben y Ungerechtigkeiten und uner- laubte Mittel, das wieder zu gewinnen,, was man zerstreuet hatte- Alles zusammen genommen macht eine Weir aus, die gewis nicht unter allen moralischen möglichem die beste ist,.
Ich erinnere mich jezt dessen wieder, was ich anfangs vorausgesezt hatte, daß Frugalitat eine häusliche Tugend sey^ Wenn ich daher im Privatstande Pracht und Aufwand verwerfe, so tadele ich damit keiuesweges alles, was Pracht, Aufwand, Kostbarkeit und Glan; des Reich- Ihums heißt. Pracht herrsche in öffentlichen Werken. Kostbarkeit und Reich- thum zeige sich in Dingen, welche dem Landesherrn zugehören, welche von der Macht, dem Reichthum, -dem Ansehen ei- ues Volks oder einer Gesellschaft zeugen können und sollen, Wohnungen und Pal- laste der Fürsten ohne Ansehen, Schönheit und Zierde, unterhalten die Begriffe und Empfindungen nicht, die wir »Pir
Göttenr der Erde zu hegen gewohnt sind. Oeffentliche Hauser der Städte ohne Vorzüge des daran gewandten ReichthumS und der Kunst sind Städten nicht rühmlich. Insbesondere kann ich es ohne Unwillen nicht bemerken, wenn eine Art der vorzüglichsten öffentlichen Gebäude, daran fowo! Gott, als eine ganz verbundene Gesellschaft der Menschen Antheil nehmen, wenn Kirchen mir einen einfallenden Schaaf- oder Viehstall, einewüfte Scheuer, oder ein abschreckendes Gefan- genhaus ins Gedächtnis bringen. Hier herrschen Pracht, und alles „ was der I^eichthnm, der Ueberfluß, die Kunst, Schönes und Vorzügliches hervorbrmgen können ! Er ist es werth, der darin bsi der Versammlung seiner Verehrer zu wohnen versprochen hat, daß seiner Majestät eine würdige Wohnung bereitet werde« Ist er dessen nicht werth, wenn Menschen- seine. Geschöpfe werth sind, in schönen und prächtigen Häusern zu wohne»? Eine Gemeinheit, die aus allen Ständen der Welt vom höchsten bis zum niedrigsten sich mit einander vereiniget, die in allen Gesellschaften der Welt ihres gleichen nicht hat, eine Gesellschaft, die zu Religionsübungen, zu dem erhabensten Endzweck zusammen tritt, in welcher sich der Erhabenste zu dem Geringsten her- ablasstt, sollte die wohl wünschen, daß sie nach einem gestützten, nichts weniger al-S einladenden und anziehenden, sondern vielmehr abschreckenden, ekelhaften, dumpfigen , unreinlichen Gebäude, das man Kirche nennet, benrlheilct würde? Sollte diese Art öffentlicher Gebäude nicht durch ihr Aeufferliches ein Zeugnis ab- legen ,l daß sie auch Hohen, Vornehmen, Reichen z-ugehöre? Können sich daran ohne Schande der ganzen Gesellschaft bloß die Spuren der betrübtesten Armuth zeigen?
(DerVerfolg künftig.)


