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Die Frugalität.
(Verfolg.)
Es setzt mich in eine Art eines Erstaunens, wenn ich der Vervielfältigung unserer Bedürfnisse nachdenke, welche Moden, Gewohnheiten und eingebildeter Wohlstand eingeführt haben , und wie viel hundert Menschen sich in Bewegung setzen müssen, ehe nur ein Einziger erreichen kann, was er zu den Bedürfnissen seines Lebens rechnet, insonderheit seitdem wir gelernet haben, auch die Güter jenseits des Meeres mit in diese Rubrik zu setzen, und uns mit dem nicht mehr begnügen, was uns ein Weltthei! darbietet. Sollten wohl die Produkte der Natur aus hundert Quellen, und die Geschäftigkeit einer Compagnie Menschen hinlänglich gewesen seyn, daß ein Mann des Mittelstandes, oder besonders eine Dame, nur einen Tag in der Stadt, nach dem Gebrauch der Zeit leben könne?
Hier muß ich sagen, daß ich mich in diesem Augenblicke anfeine zufriedene Art elbft fühle, und zwar in einem Siege über viele und theure Bedürfnisse, auf einem Zweige der Frugalitat. Ich sitze bei dieser eben angeftellten Betrachtung vor meinem Schreibtische, welchen meine Phantasie aus tanNenen mit Farbe überzogenen Brettern nach meiner Bequemlichkeit eingerichtet har, in einem Zimmer von 12 Fus Lange, yFus Breite, und <-Fus Höhe, so wie esmein kleines, aber dichtes u. gutes Haus mir gewahren konnte; hier sitze ich neben meinem kleinen Windofen, dem ich selbst den gnüglichen Grad der Warme aebe, u. den kleinen Raum um mich her erfüllet ein Bücherbrett und ein paar Stühle. Hier frage ich mich: was wünschest und bedarfst du wohl noch? Und ich finde, daß äusser Dinre, ^etier und Papier, äusser meinem Behältnisse mit
Feurung, mir die ganze übrige Welt za meinem jetzigen Glücke entbehrlich ist.— Hier kömmt meine Frau, und eines unserer ältesten Kinder, dem ich ein veraltendes Kleid ansehe, tändelt neben ihr her; sie sagt mir: es lasse sich auf diesen Nachmittag jemand anmeldeu. Dies erweckt andere Gedanken und Empfindungen. Mein Sieg!--Mein Zweig der
Frugalitat!— Wo sind sie? Das Gefühl meiner selbst verwandelt sich in den Anblick des Weins , des Coffees, des Zuckers, des Silbers, des Porcelains und anderer Dinge, die mich zerstreuen, die mich aus mir selbst nach den Colonien za Surinam und Martinike, nach Dresden, Hamburg, Bremen führen. O wieviel Länder, Städte und Fabriken habe ich nöthig, einen Freund nur auf einige Stunden zu bewirrhen! wenn wird doch die Zeit kommen, daß er lieber mir mir ein Glas von meinem Moste oder Biere trinkt, und einen Braten von einem im Hause geschlachteten Kalbe isser ? Ich beklage mich, meine Freunde, und meine Zeit, daß wir so Dele Bedürfnisse kennen»
(DerVerfolg künftig.)
Bekanntmachungen»
i) Da eS zur Richtigstellung deS Jnventariums, wie überhaupt der Auseinandersetzung der Verlassenschafs des dahier vor kurzem verstorbenen Obristen von Canngießer, erforderlich ist , den Passivstand vorher zu wissen; so werden alle diejenigen, welche aus irgendeinem Grunde rechtliche Ansprüche an gedachte Obrist von Canugleßeri'che Verlassen- schaftsmasse zu haben glauben, hierdurch aufgefordert, in dem, auf Dienstag den 28teu künftigen Monats May, ein - für allemal bestimmten Termin vor unterzeichneter Gerichtsstelle, Vormittags g Uhr, auf der Hauptwache, entweder in
Selbst--


