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Die Frugalitat.
(Verfolg.)
Die Frugalität bat ferner eineAehn- lichkrrt mit den Tugenden der Begnüg- samkeit, der Mässigkeit, der Sparsamkeit. Cs liegen von allen diesen Vollkommenbeiten die Züge in ihr. Allein sie ist mebr als alle drey zusammen. Bei Begnügsamkeit, Massigkeit und Sparsamkeit, fehlen die Begriffe des Reichlichen, des völlig Hinlänglichen, die der Frugalität eigen sind, und es finden bei jenen Tugenden die Vorstellungen statt, die man sich von Verleugnung, von Ent- ziekung yon etwas, das wir unS fehlen lassen, macht, welche Vorstellungen die Frugalität nicht erweckt , noch duldet. Ich halte also davor, daß man frugal weder durch massig noch durch sparsam, noch durch begnügsam übersetzen könne, obgleich alles dies die Frugalitat gewisser massen in sich fasset.
Jedoch ich wende mich ans der bisherigen Ferne naher zu meiner Tugend. Mir deucht ich fehle nicht, wen,sich die Frugalität also beschreibe: Sie ist die Tugend, oder das Vermögen, sein besitzen- deo Gut so zu gebrauchen, daß die natürlichen und wahren Bedürfnisse des Ledens dabei eine Befriedigung und eine Genüge finden.
Alle Umstande der alten Römer rechtfertigen diesen Begriff. Ihre 2 bis 7 Morgen schäften den Bedürfnissen ihrer Fa- imhe eine Genüge. Sie wüsten dieselben so zu nutzen, und das darauf erzielte Gut so zu brauchen, daß ihnen nichts fehlte. Denn sie sahen nur auf die wahren und natürlichen Bedürfnisse des Lebens, nicht auf Pracht, nicht auf das, was Weichlichkeit, verwöhnte Begierden, und der Dienst der Wollust erfodern.
Folgende Satze, die sich auf den gegebenen Begriff beziehen, und ihnguö-
emander setzen, werden die Sache in ihr völliges Licht setzen , und den Zugang in das Heiligthum dieser Tugend erök- nen und erleichtern.
1.
Dem Frugalen fehlet nichts.
. Der Begriff der Frugalitat fasset eme gewisse Gnnge in sich, welche menschliche Bedürfnisse durch diese Tugend finden, eine Gnüge, sowol der unverwöbn- ten Begierden, als auch der Güter leibst, die wir gebrauchen. Schliesset eine solche Gnuge nicht allen Mangel aus?
Hier unterscheidet sich der Frugale tzon dem, welcher so mässig lebt, daß daß er in mancher Sache Mangel leidet, sich etwas entziehet, und seinen Begierden lieber Gewalt anthut, als sich die glückliche Genüge der Frugalität verschaffet. Ich sage Genüge. Und diese ist keine Fülle, kein Uebctfluß. Daher stebet Frugalitat zwischen Mangel und Ueberflnß, zwischen Verschwendung und der filzigen Sparsamkeit in der Mitte.
Hieraus ist klar, was für einen starken Einfluß die Frugalität in die wahre Glückseligkeit der Mensche» habe. Was ist die Glückseligkeit der Sterblichen anders, als eine Genüge ihrer Wünscheund Bedürfnisse? Ungestillte B edürfnisse erregen Seufzer und Sehnen, Unzufriedenheit und Klagen. Kann man sich dabei eine Glückfeiigkeit vorstellen? Die Genüge hingegen, welche unsere Bedürfnisse finden, erweckte Ruhe und Zusriedenbeit. Und wenn dies nicht glücklich seyn hetßt. ist kein Glück auf Erden.
(DerVerfolg künftig.)
Nachricht.
ES ist die Anzeige geschehen, daß deS Nachts viele Hunde anf den Strassen herumgelaufen , welche durch anbalte' des Bellen und Heulen dte nächtliche Ruhe störten.


