Ausgabe 
31.3.1804
 
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Von Wetterbeobachtungen, und der daraus zu schliessenden Fruchtbar­keit des Jahres.

(Verfolg.)

Man kann aus dem Steigen und Fallen des Barometers die Witterung ei- nigermasen Vorhersagen, so, daß wenn die Luft leichter wird, und also das Ba­rometer fallt, das Sinken des O.ueksil- bers in der Glasröhre gewöhnlich Regen oder einen bevorstehenden starken Wind anzeige, und daß wenn das O.ueksilber über seine mitkere Höhe hinanfsteigt, ge­meiniglich trocken oder schönes Werterer- folge. Hiebei ist aber auch zu erinnern, daß dieses Steigen und Fallen nicht im­mer ganz zuverlässig trocken und schön Wetter, oder Regen und Wind vorher- fagez denn oft geschieht das Steigen oder Fallen des Oueksilbers fast unmerklich und oft nur nach und nach > oft ändert sich das Wetter schon zum Regen, da das Queksilbcr noch nicht über die mitlere Höhe herabgesunken ist, und umgekehrt zum schönen Wetter, ebe es «och dis zur mittler« Höhe gestiegen ist. Am un­trüglichsten kann man aus dem schnellen Sinken des O.ueksitbers , wenn es in kur­zer Zeit einen halben Zoll und nochsiefer herabfällr, auf starken Sturm schliessen, und bei einem eben so schnellen'Steigen sich zu gutem Werter Hvfnung machen. Ein Barometer ist daher für den Burger und Laudmann eine sehr nüzliche Sache. Auf folgende Art kann sich jeder Land- wirth einen fehr wohlfeilen Barometer machen: Man fetze einige Biurigel in einer Bouteille an das Fenster, und gebe ihnen im Sommer alle acht Tage, im Winter alle'vierzehn Tage frisches Was- fer. Zur Erhaltung nähre man sie zu Zeiten mit dem Blut der Thiere,'welche in der Haushaltung geschlachtet werden. Bei heiterem Wetter liegen sie in schönen

Krümmungen still am Boden des Gefä- ses, wenn aber Regen kommen soll, stei­gen sie an die Oberstäche, und bleiben da so lange, bis die Wolken wieder dem Sonnenscheine Plaz machen. Vor Hefti- gen Winden rennet der Blutige! herum, und tbut das so lange, bis er merkt, daß der Wind uachläßt. Wenn Gewitter am Himmel stehen, so scheinet der Wurm sehr zu leiden, er hat krampfhafte Zu­ckungen, und hält sich über dem Wasser auf. Steigt die Kälte bis zum Frost, so legt sich der Wurm-, wie bei beilerm Wet­ter, an den untern Boden des Gefäses.

Die sogenannten Schlammbeisser, oder der Wetterfisch, geben ebenfalls, in einer Boureille unten mit Flußsand und daun bis auf eine, ziemliche Höhe mit Wasser gefüllt, richtige Wetterprophe­ten ab.

Da es in der Landwirthschaft auch öfters auf die Beobachtung der Kalte und Warme ankömmr, so ist ein Thermo­meter von nicht geringem Nutzen. Durch dasselbe mißt man den Grad der Wärme und Kälte, welche auf so viele Dinge m der Landwirthschaft Einfluß haben, wes­halb auch ein selbsiuachdenkender Land- wirkh desselben nicht wohl entbehren kann. So hat mau z. B. gefunden,* daß der acht- undneunzigste Grad der Wärme des Fah- renlreitischen Thermometers das Ausbrn- ten der Eyer bewerkstellige: man unter­suchte die innere Temperatur des Bienen­stocks, und fand, daß wenn die äussere Luft drey Grad Reaumürschen Thermo­meters unter o, das ist unter dem Ge­frierpunkt stand, eben derselbe Thermo­meter ( Wärmemesser) im Bienenstöcke auf roGrad über den Gefrierpunkt stieg. Hieraus schloß man mit Grund, daß die Kalte den Bienen nicht leicht am Leben schade, wenn anders der Stock nicht zn schwach bevölkert, und die Wohnung der

Biene»