Ausgabe 
29.9.1804
 
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) 154 (

Von

der Erde insbesondere.

Von den .kleinen Gewässern der Erde.

( Verfolg.)

Viele Quellen entstehen mit von feuch­ten Dünsten, welche therls vom Winde gegen die Berge getrieben, tbeils von den Bergen selbst angezogen werden. Diese Dünste fliesen an den kalten Klippen fo- gleich in Wassertropfen zusammen und vermehren solchergestalt das Quellwasser.

Zur Entstehung der Quellen kann auch die Gemeinschaft unterirdischer 5)dh- len mit dem Meere beitragen, in denen sich Wasser sammelt, welches in Dün­sten aufsteiget, tue in der Höhe in Tro­pfen zusammenfliesen.

Endlich können einige Quellen an niedrigliegenden und zumal nahe am Meere gelegenen Gegenden aus der Durch­seihung des Meerwassers durch die Zwl- schenräume der Erde Zugang gewinnen.

Die Quellen führen fremdartige Teil­chen mir sich nach Verschiedenheit des Grundes der Zugänge, durch welche sie ihr Wasser erhalten. Hieraus entsprin­gen die metallische Teilchen, als Eisen und Goldkörner führenden Quellen, und die Gesundbrunnen. Einige Wasser ent­halten auch solche Teilchen, dieim Feuer brennen, und in den Morgenländern giebt es vorzüglich Quellen, auf deren Wasser Naphtha schwimmt, dessen ganze Ober- stache man in der Geschwindigkeit in Brand sezen kann.

Einiges Qnellwasser ist kalter, an­deres wärmer als der Luftkreis umher. Die leztern heissen Bader, und sind in Ansehung ihres mineralischen Gehalts und Wärme sehr verschieden. Einige sollen

so vorzüglich heiß feyn, daß man kn der Geschwindigkeit Fleisch und andere Dinge darinnen kochen kann.

Geqtabeue Brunnen kann man allerwarts auiegen, denn wenn man an irgend einem Orte tief in die Erde eine Grube macht, so sinder man Wasser. Dieses Wasser sammelt sich nemlich aus den benachbarten Stellen und Quellen darinnen an. In wasserreichen Gegen­den sind also natürlicher Weise die Brun­nen am ergiebigsten.

Aus den Quellen entstehen kleine Wasserläufe; mehrere zusammenfliesende Wasserlaufe machen einen Bach; und mehrere Bache einen Fluß, welcher den Namen Strom erhält, wenn das Was­ser nur Heftigkeit forrfliest. Ein Fluß kann sich ansehnlich vergrösern, wenn andere kleine Flüsse sich in denselben er/ giefen, davon es auch Beispiele giebt. Die mehresten und grösien Flüsse ent­springen zwischen hohen Gebirgen, weil sich daselbst mehr Wasser sammeln kann, als auf dem ebenen taube. Der tauf, den die Flüsse nehmen, richtet sich nach der Lage der niedrigsten Stellen auf der Erdoberfläche, und daher rühren die Krümmungen, welche die Flüsse meistens machen. Die groscn Flüsse nehmen an Beugungen und Breite zu, je naher sic ihrer Ergiesung in das. Meer oder Mün­dung kommen, und teilen sich auch als­dann gemeiniglich in mehrere Ausläufe.

Es giebt auch Flüsse, welche sich un­ter der Erde verlieren, und anderwärts wieder hervorkommen. Andere verlieren sich im Sande, wie ein Arm vom Rhein in Holland.

Verschiedene Ströme treten zu ge­wissen Zeiten des Jahres aus ihren Ufern, und verursachen solchergestalt Ueber- schwemmungen, darunter diejenige deS NilstromS die berühmteste ist.

(Der Verfolg künftig.) y j- Edik-