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Von Wetterbeobachtungen, und der k daraus zu schliessenden Fruchtbar/ feit des Jahres.
Die Erfahrung beweist, daß Met- serprophexeiungen überhaupt selten, oder Kar nicht eintreffen, besonders aber, daß der Einfluß der Planeten auf die Fruchtbarkeit und Unfruchtbarkeit eines Jahres entweder ganz zu verwerfen, oder doch utchr genug ergründet sey, um daraus Regeln ziehen zu können, die bei Bebauung der Erde nüzlich seyn könnten.
Alles was die Alten vom Neuen- Zahrstage sagten, daß z. B. dessen Witterung im August desselben Jahres wieder vorkomme, daß der andre Tag deS Danners die Witterung des Septembers anzeige, daß der dritte Jänner das Ok- rvberwetter, der vierte die November- der fünfte die December- der sechste die Jänner- und FebruarsWitterung des darauf folgenden Jahres andeute, daß der siebente Tag auf den März und April, der achte auf Mai und Junius, und der neunte auf den Julms einen Einfluß habe, ist vernünftigen Männern beinahe eben so lächerlich, als daß rothe Wolken beim Aufgang der Sonne am neuen Jahrs- tagKrieg und Ungewitter; und starker Wind an diesem Tag die Pest bedeuten solle. Saturn ist unserer Erbe kein böser Planet mehr, beut zu Tage macht er die Menschen, die unter ihm geboren werden , weder schwarzbraun noch mager, ihm haben sie weder kleine Augen noch einen dünnen Bart zu danken, erbringt nicht ins Gefängnis . und ist nicht Schuld an langen Krankheiten und heimlichen Feinden. Aber auch eben so wenig macht Jupiter mehr Cardinäle, Bischöfe und Prälaten, Mars Räuber und Alchimi- sreir, oder Venus das Frauenzimmer schön. Vieles von diesem gründet sich
auf die Fabellehre der Alten, und ist mit den Wetterprophezeiungen, die durch uuer- fahrne Kalender,nacher fortgepflanzt worden, von gleichem Gehalt.
Indessen giebr es doch einige Beobachtungen , die theiks in der Physik gegründet sind, oder aus derselben erkläret werden können, tbeilß durch vierjährige Erfahrungen bestätiget worden, die wo nicht beständig, doch gröstenrbeilS eintreffen. Zu diesen leztern gehören auch besonders die Witterungsvorhersagungen mancher alten erfahrnen Landwirthe, die auf die Veränderungen des Windes, der Temperatur der Xuft, das Verhalten der Strichvögel, anderer Thiere, und auf das frühe oder spate Ausschlagen mancher Gewächse genau Acht geben.
Die Warme und Kälte und die übrigen Witterungen der Länder hängen nicht nur von dem verschiedenen Stande der Sonne gegen dieselben, sondern auch noch von weit mehr andern Umständen ab. Ein Paar Länder können bei einerlei Polhöhe dennoch eine gan, verschiedene Witterung haben. Je höher ein 4Drr liegt, desto kälter ist er; Länder, die viele Wälder haben, sind vorzüglich kalt; benachbarte Meere verschaffen eine gelindere Witterung, und die Seewinde bringen fast immer Thauwetter; auch sind dergleichen Lander, die nahe am Meere liegen, feuchter, und haben jährlich mehr Regen als andere, die weiter davon entfernt liegen; gebirgigte Gegenden haben häufiger» Regen und mehr Gewitter alS ebne; in Ländern, die untev der Linie, d. i. unter dem Aeqnatvr liegen, und in welchen eS also vorzüglich heiß seyn sollte, wird die Hitze noch durch die nicht allzugrose Länge der Tagegemäsigt; in den kältern Gegenden wird die Sonnenhitze wegen der länger» Tageszeit gröser alS man sonst erwarte» könnte.
(Der Verfolg künftig.)
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