Ausgabe 
24.3.1804
 
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Von Wetterbeobachtungen, und der k daraus zu schliessenden Fruchtbar/ feit des Jahres.

Die Erfahrung beweist, daß Met- serprophexeiungen überhaupt selten, oder Kar nicht eintreffen, besonders aber, daß der Einfluß der Planeten auf die Frucht­barkeit und Unfruchtbarkeit eines Jahres entweder ganz zu verwerfen, oder doch utchr genug ergründet sey, um daraus Regeln ziehen zu können, die bei Be­bauung der Erde nüzlich seyn könnten.

Alles was die Alten vom Neuen- Zahrstage sagten, daß z. B. dessen Wit­terung im August desselben Jahres wie­der vorkomme, daß der andre Tag deS Danners die Witterung des Septembers anzeige, daß der dritte Jänner das Ok- rvberwetter, der vierte die November- der fünfte die December- der sechste die Jänner- und FebruarsWitterung des darauf folgenden Jahres andeute, daß der siebente Tag auf den März und April, der achte auf Mai und Junius, und der neunte auf den Julms einen Einfluß habe, ist vernünftigen Männern beinahe eben so lächerlich, als daß rothe Wolken beim Aufgang der Sonne am neuen Jahrs- tagKrieg und Ungewitter; und starker Wind an diesem Tag die Pest bedeuten solle. Saturn ist unserer Erbe kein bö­ser Planet mehr, beut zu Tage macht er die Menschen, die unter ihm geboren wer­den , weder schwarzbraun noch mager, ihm haben sie weder kleine Augen noch einen dünnen Bart zu danken, erbringt nicht ins Gefängnis . und ist nicht Schuld an langen Krankheiten und heimlichen Feinden. Aber auch eben so wenig macht Jupiter mehr Cardinäle, Bischöfe und Prälaten, Mars Räuber und Alchimi- sreir, oder Venus das Frauenzimmer schön. Vieles von diesem gründet sich

auf die Fabellehre der Alten, und ist mit den Wetterprophezeiungen, die durch uuer- fahrne Kalender,nacher fortgepflanzt wor­den, von gleichem Gehalt.

Indessen giebr es doch einige Beob­achtungen , die theiks in der Physik ge­gründet sind, oder aus derselben erkläret werden können, tbeilß durch vierjährige Erfahrungen bestätiget worden, die wo nicht beständig, doch gröstenrbeilS ein­treffen. Zu diesen leztern gehören auch besonders die Witterungsvorhersagungen mancher alten erfahrnen Landwirthe, die auf die Veränderungen des Windes, der Temperatur der Xuft, das Verhalten der Strichvögel, anderer Thiere, und auf das frühe oder spate Ausschlagen man­cher Gewächse genau Acht geben.

Die Warme und Kälte und die übri­gen Witterungen der Länder hängen nicht nur von dem verschiedenen Stande der Sonne gegen dieselben, sondern auch noch von weit mehr andern Umständen ab. Ein Paar Länder können bei einerlei Pol­höhe dennoch eine gan, verschiedene Wit­terung haben. Je höher ein 4Drr liegt, desto kälter ist er; Länder, die viele Wäl­der haben, sind vorzüglich kalt; benach­barte Meere verschaffen eine gelindere Witterung, und die Seewinde bringen fast immer Thauwetter; auch sind der­gleichen Lander, die nahe am Meere lie­gen, feuchter, und haben jährlich mehr Regen als andere, die weiter davon ent­fernt liegen; gebirgigte Gegenden haben häufiger» Regen und mehr Gewitter alS ebne; in Ländern, die untev der Linie, d. i. unter dem Aeqnatvr liegen, und in welchen eS also vorzüglich heiß seyn sollte, wird die Hitze noch durch die nicht allzugrose Länge der Tagegemäsigt; in den kältern Gegenden wird die Sonnen­hitze wegen der länger» Tageszeit gröser alS man sonst erwarte» könnte.

(Der Verfolg künftig.)

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