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Von Wetterbeobachtungen, und der daraus zu schliessenden Fruchtbarkeit des Jahres.
( Verfolg.)
Aus den gesamleten Erfahrungen die von verschiedenen Männern an verschiedenen Orten durch viele Jahre fortgesezt worden, ergab sich , daß die größte Sonnenwärme in Deutschland derbste Grad des Reaumürschen Wärmemessers sey, und daß sie nur in ausserordentlich heissen Jah- reu bis zum zisten Grad steige. Die gröste gewöhnliche Kalte ist in Deutschland der igte Grad des Reaumürschen Wärmemessers unter o oder dem Gefrierpunkte, und nur. in ausserordentlich, kalten Wintern fallt derselbe bis 3um 24(1 fit Grad unter dem Gefrierpunkte. Die größte Hitze fällt gewöhnlich in die Mitte des Julius, die größte Kälte in die Mitte des Jänners, und die mittlere Temperatur Anfangs Mai, und Anfangs Oktober. Der Nordwind ist in Deutschland mehren!Heils kalt und feucht, der Nordostwind kalt und trocken, der Ostwind kalt und trocken» der Südostwind feucht und temperirt, und der Nordwestwind gewöhnlich mit Regen oder Schnee begleitet. Der West - der Nord - und der Südostwind wehen in Deutschland am heftigsten. Gewitter machen große Veränderungen in der Temperatur der Luft. Bei Gewittern die nicht vom Winde begleitet werden, darf man sich nicht für Hagel fürchten, desto gefährlicher aber sind jene, welche mit einem Sturmwinde daher fahren; denn gewöhnlich lassen diese mit ihren verderbenden Schlossen die traurigsten Spuren zurück.
. >.4 Witterung , die deS Nachts einfällt,, es sey Regen, Wind oder Sturm, ist nie so anhaltend, als die, welche bei Tage und um die Mittagszeit ihren Anfang
nimmt. Vorboten eines^ kalten und anhaltenden Winters sollen seyn : ein trock- ner Herbst ; das spate Abfallen der Blätter im Herbste; wenn der Weisdorn ( Crataegus oxyocantha Linn.) oder die wilde Rose ( Rofa canina Linn.) viel Früchte ansetzen; wenn die Vögel im Herbste sehr fett sind; wenn die Eichen viel Früchte tragen; wenn die Hornisse und Bremsen vor Ausgang des Oktobers erscheinen; wenn Wintermonat und Jänner nicht gewöhnlichen Schnee und Kälte haben ; wenn die Kraniche und Strichvögel frühe ziehn; wenn die Wald- und andere Vögel ihre Nahrung nahe bei de» Dörfern suchen; und wenn die Wölfe, wo es deren giebt, sich in große Schaa- ren versammle».
Vorboten von trocknen und warmen Sommern sollen seyn, wenn es im November donnert; wenn die Strichvögel späte gezogen sind ; wenn der Froschlaich zu Anfänge deS Frühlings im tiefen Wasser liegt; wenn sich viel Wespen blicken lassen u. dgl. m. Wenn aber die Erdkrebse ( Acrydium Gryllo -talpa ihre Nester int Frühjahr höher als gewöhnlich anlegen, so sollen wir einen nassen Sommer haben.
Ans diesem Wenigen, was hiervon Wetterbeobachtungen und von der daraus zu schliessenden Fruchtbarkeit des Jahres gesagt ist, ersieht man leicht, wie wenig Gewisheit noch durch alle unsere Erfahrungen in diesem Fache erworben worden. Da indessen dem Landwirthe doch oft so viel an dem Vorherschen der Witterung gelegen ist, so kann man die Aufmerksamkeit desselben aufalle benannte Gegenstände keinesweges tadeln; sie ist vilemehr lobenswürdig. Ein jeder vernünftiger Hanswirth wird sich dabei ohnehin für Aberglauben büren, nnd auf keine Prophezeiung und auf kein Merkmal der bevor-


