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Aussichten über die Natur im Grossen.
( Verfolg.)
Ein dünnes, durchsichtiges, elastisches Wesen umgiebtbis auf eine gewisse Höhe die ganze Erde; dieses Wesen ist die Atmosphäre, die Wohnung der Winde, der unermeßliche Sammelplatz der Dünste, die bald in dichtern oder dünnen Wolken versammelt, unfern Himmel durch ihre Figuren nnd Farben verschönern, oder uns durch ihr Feuer und Donnern irr Schrecken fetzen; die bald in Thau, Nebel , Regen, Schnee und Hagel aufge- llöset, der Erde das, was sie ausgedün- stet hatte, wieder geben.
Der Mond, der unter allen Planeten uns am nächsten ist, ist auch der, den wir am besten kennen. Er istohngefähr 45mal kleiner als unsere Erde, und zeigt uns immer dieselbe Seite, weil er sich um seine Ape genau in derselben Zeit breiter, in der er seinen Umlauf um die Erde, wovon er ein Trabante ist, vollendet.
Er zeigt sich in verschiedenen Gestalten, mit eurem allmählichen und periodischen Wachsthum und Abnahme von Licht, nach Maasgabe seiner Lage in Ansehung der Sonne, von der er sein Licht em- pfangt, und der Erde, nach der er die Strahlen der Sonne zurück wirft.
Die Mondscheibe theilt sich äusserlich in Helle und dunkle Partien. Die erster» scheinen mit dem festen Lande aufunserer Erde, und die letztcrn mit unfern Meeren Aehnlichkeit zu haben.
In den Hellen Partien sieht man Theile, die mehr als die übrigen erleuchtet sind, die zur Seite einen Schatten warfen, den man messen > und seine Bewegung verfolgen kann. Dis sind Berge, die in Proportion der Gröse des Mondes
höher als die unsiigen sind. Wir seherr ihre Spitzen von der Sonne erleuchtet, wenn der Mond in den Viertheilen ist; allmählig steiget das Licht von der Spitze zu dem Fusse der Berge herunter, bis wir sie endlich ganz erleuchtet sehen. Einige sind einzeln, andre machen seht lange Ketten aus.
Hin und wieder siehet man in den Hellen Theilen Arten von Brunnen, die ganz finster sind. Der Grund dieser Brunnen scheint bisweilen wieder erleuchtet zu seyu.
Die dunkeln Theile des Mondes scheinen überhaupt ziemlich gratt zu seyn, und ohngesahr so, wie unsere Meere vom Monde betrachtet, aussehen würden. Man entdeckt aber doch Ungleichyeiten, Stellen, die weniger dunkel sind, und die man für Inseln oder schlechte Derrer halten mögte. Aber wir wollen diese Vergleichung nicht weiter ausdehnen; wenn der Urheber der Natur hiemeden die geringsten Geschöpfe so sehr von einander verschieden gemacht hat, welche Veränderung wird er in den Zügen angebracht haben, wodurch eine Welt sich von der andern unterscheidet?
Venus bat, wieder Mond ihre Pha- ses, ihre Flecken, ihre Gebirge. Eben diesen Gebirgen, die höher und zahlreicher, als die im Monde, und sehr ge- schickt sind, daS Licht zurück zu werfen, ist die Venus ihren so starken Glanz schuldige '
Das Telescop entdeckt uns auch im Mars und Jupiter Flecken. Im Jupi, ter sehen wir breite Streifen, die sehr veränderlich sind; als wenn etwa der Dcean das feste Land überschwemmen würde, und es hernach wieder verliesse.
Mercurius und Saturnus sind uns wenig bekannt, der erste, weil er zu nahe bei


