Ausgabe 
8.12.1804
 
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) 194 (

Von

der Erde insbesondere.

Bon den Lnfterschernnngerr oder Meteoren.

( Verfolg.)

Der Thaa, oder diejenige Feuchtig­keit^ welche am Abend nach Untergang der Sonne, besonders in der wärmer» Iahrszeit, die Pflanzen und andere Kör­per in der freien Luft überziebt, entsteht aus einem Theile der wasserichten Dün­ste der Erdrinde, Pflanzen undbesLuft- kreises. Nemlich wenn die Luft nach Untergang der Sonne küble geworden ist, stch noch durch iy.e den Tag über erhal­tene Wärme und Dünste aus dem Erdbo­den und andern' Körpern auf demselben erbeben, und noch andere wasserichte Dünste in der Luft selbst sich aufhalten, so werden alle diese Dünste von der Kalte des Dunstkreises, welcher schon seine Warme verlohren hat, überfallen, verdicken sich, fallen, laufen in Tropfen zusammen, und bilden auf diese Art die Tropfen des ThaueS.

Das sogenannte Fensterschwizen und der Schweis kalter Körper, die man in die Warme bringt, entstehen auf eben diese Weise. Die Kälte verdicket nem- lich in beiden Fällen die warmen Dünste, welche daher nt Schweißtropfen zusam- rnenlaufen.

Der Houiqthan kommt von einer ArtInsekren: denVlatkausenher, welche ein süses Wasser von sich spritzen, das stch auf die Blätter und Zweige der Baume «nd Pflanzen umher ansezt, und darauf trokner, wenn es nicht von andern In­sekten verzehrt wird.

Gefrorner Thau ist Reif. Wenn nem- lich die Körper, an welche der Thau stch

ansezt, so kalt sind, daß die Dünste, ehe sie in Tropfen zusammenlaufen können, gefrieren, so bilden diese gefrornen Dünste den Reif.

Das Eis an den Stubenfenstern odeit Fenstergefrieren har einen ähnlichen Ur­sprung: indem nemlich die warmen Dünste der Stube sich an die kalten Fensterschei­ben anlegen, so verwandeln sich diese Dünste in Eis. Die mannichfaltigen Gestalten dieses Eises an den Fenstern können von Salztheilchen, die den Dün­sten beigemischt sind, Herkommen.

Das Ausschlagen der Kälte an Ei­sen, Steinen, Mauern rc. beim Tbau- wekter, ist nichts anders als eine Art von Reif; nemlich die Kälte, welche diese vom vorhergegangenen Froste noch übrig haben, .und die wärmer» Dünste der Thauluft verursachen denselben durch rhte Vermischung.

Bei heftiger Kalte erscheinen beim Sonnenschein glänzende Pünktchen in der Luft, welche aber inchrs anders als die in der Luft selbst gefrornen Dünste sind.

a Der Nebel entsteht, wenn die wäs- ferlchken Dunste nahe an der Erde in kleine Tropfen zufammeufliefen, die aber noch leicht genug sind, um nicht nieder Zu lallen. Die Nebel sind im Frühlinge und Herbste am häufigsten, weil die Erde 'n diesen Jahrszeiren vorzüglich stark aus- dunster, und derka-te Lnfttreis tieDunst, kheilchen bald verdickt rc. Warum die Nebel besonders am Morgen und Abend gesehen werden, ist daraus klar, weil die Luft des Nachts am, kältesten ist. Wenn die Nebel steigen, so werden sie 5u Wolken, und fallen im Regen nieder. Fallen sie aber, so bringen sie gemeinig­lich gut Werter. a

Wkm< der Nkbk, gefritrt, foentlW

Reif, der sich an dir Sirnncher, A-ste der