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Von

der Erde insbesondere.

Von der Gestalt der Erde.

Daß die Erde keine vollkommene Ku- Zel , nach der Meinung, der Alten , son­dern ein zusammencxedrüktes Sphä- roid, das beißt, ein aus zwei einander «Ntgegengesezren Setten erngedrükrer und Zwischen denselben rund umher erhabener Körper sey, ist zuerst in den neuern Zer­ren entschieden worden. Neulich die gro- fen MlNhematikverstandigen Huy gen6 rrnd Newton wurden aus hydrostati­schen Gründen zu behaupten bewogen. Daß die Erde keine Kugel sey,, könne, son­dern an ihren beiden Polen zusammenge­druckt seyn müsse, oder mit andern Wor­ten : daß ein jeder Punkt des Erdgleichers von den, Mittelpunkte der Erde weiter entfernt sey als ein Punkt bei den Polen der Erde, und also die Erde die Gestalt einer Pomeranze habe. Dieses wurde auch durch Messungen äusser allem Zwei­fel gesezt. Denn LudwigXV, Königin Frankreich, schickte im Jahr 1735. be= rühmte Männer nach Ländern, die'tbeils an dem Gleicher, theils nicht weit vom Nordp^' lagen, und diese brachten durch ihre Messungen verschiedener Grade auf der Oberfläche der Erde daselbst heraus, daß Huygens und Newton auf dem Zimmer durch ihre Schlüsse die Ge­stalt der Erde richtig bestimmt hatten.

Von der Gröfe der Erde.

Die Sfjce der Erde ( eine gerade Linie 'durch den Mittelpunkt der Erve von einem Pole zum andern gezogen,) ist also kür­zer als Der Durchmesser des Aequators, (dieses heißt auch eine gerade Linie durch teil Mittelpunkt der Erde, aber von zwei entgegengesezren Punkten des Erdglei­chers begrenzt,) und man giebt Herder

Verhältnis gegen einander wie 17g zu 179 an. Da nun dieser Unterschied der Erdaxe und des Durchmessers vom Glei­cher nicht sehr beträchtlich ist, so kann mau (zu vielen Absichren ) die Erde für eine vollkommene Kugel annekmm, de­ren Durchmesser 1719 oder 1720 ( geo­graphische ) Meilen ist, die Meile zu 22328 Pariser Fus gerechnet.

Die Erde, auf welcher wir wohnen, rjr von der Sonne 21 Millionen Meilen entfernt, lauft in einem Jahr oder 12 Monaten in einer kreisförmigen oder ellip- tischen Bahn um die Sonne, welche ar Millionen Meilen im Durchmesser har, und walzt sich in 24 Stunden einmal um ihre Axe, wodurch sie uns die Abwechse­lung des Tages und der Nacht verschafft. Sie erhält, wie wir wissen, ihr Tages­licht von der Sonne, und der Mond er­hellet zuweilen ihre Nächte. Die vier Jahrszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winker, und die Länge der Tage und Nachte wechseln jährlich rn ununter­brochener Ordnung bei uns ab. Sie ist bis auf eine gewisse Höhe mir einem Dunstkreise oder einer Atmosphäre um­geben, in welcher sich Regen und Schnee, Hagel und Gewitter erzeugen. Ihr Kör­per selbst besteht theils ( grösientheils ) ans Wasser, theils aus Land, und die Menschen haben sie noch durch ihre Ar­beit und Mühe zu ihrem Wohnplaze be­quemer eingerichtet.

Von der Oberfläche der Erde ü b e r h a u p t.

Der aröste Tbeil der Erde ist mit Wasser bedeckt, zwischen welchem zwei grose Stücke tioknes Land und eine an­sehnliche M-enge kleiner Stücke oder In­seln hervorraqen. Die 'erster» beiden nennt man die alte und neue Welt. Jene theilt man in drei Wklttheile; Europa,

Asien