Ausgabe 
30.7.1803
 
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* ) 12,1 («

Von natürlichen und künstlichen ver- . besserungs-Mirreln der wiesen.

( Verfolg.)

Stößt auch die Wiese an einen Wald, so gereicht ihr solches oftmals zum gro- sen Nachtheile. Die Forsten sind der gewöhnliche Aufenthalt des Wildes, wel­ches zur Nachtzeit seine Wohnungen ver­laßt, und was ihm denn am nächsten liegt, ist seinem Anläufe ausgesetzt. Am Lage hüten auch wohl zahme Heerden in Len Waldern, und oftmals schleichen einige Stücke Vieh heraus, und verzeh­ren das Gras, das zum Wlnkerfutter bestimmt war. Auch die Hirten, die eigenes Vieh zwischen der Heerde Haven, wissen solches so avzurichren, daß es rm- rner seitwärts ab r. und auf fettere Nah­rung ausgehet. Auch die Sonnenstrah­len treffen oftmals nur wenig oder erst spat dahin ; die Baume breiten einen gro­ßen Schatten über solche W esen ans. Und hindern den freyen Strom der tu fr, die den Pflanzen zum Wachsrhum und Neiswerden nneutbehrlich ist. Daher kommt es, daß das Rindvieh dergleichen an schartigten Orten gewachsenes Gras und Heu selten anders, als durch Han­ger gezwungen, frißt. Die Wiesen wer- Len von Moos bedeckt, und allerlep Buschwerk, als z. E Himbeer- und Wrombeerstauden wuchern in den Wie­sengrund ein. Selbst das Heumachen gehet in solchen eingeschloffenen "Wiesen picht so leicht von statten , und der Thau halt sich daselbst natürlicher Weise weit langer auf. Aus vielem allen erhellet also, was für ein großer Unterschied zwi­schen den an Gehölzen, und den im Freven und auf den Anhöhen gelegenen Wiesen se y.

Endlich entstehet auch eine Verschie- henheir der Wiesen aus der »mHen oder

weiten Entfernung, in welcher sie von der Wohnung des Besitzers liegen. Je öfter und je geschwinder man mit beut Heuwagen dahin kommen fanw, ist un­gleich besser als eine andere, nach der man weit zu fahren hat. Auch ist eine nahgelegene Wiese in Ansehung der Ar­beit besser, weil sie bey etwanigem Re­gen leicht nach Hause kommen, und nach demselben bald wieder auf der Wiese seyn können. Auch sind sie den Diebereyen, Abhürungen und andern Beschädigungen nicht so sehr ausgesetzt, als die eukfern- tern.

(Fortsezzung folgt.)

Nachricht.

Da unter dem diesjährigen Korn an mehrern Orten viele lange und schwarze Körner, welche man Mutter- oder Brand- Körner nennet, und die sich durch diese Bestall von dem übrigen guten Korn merklich unterscheiden, gewachsen serm sollen , wovon die Erfahrung gelehret, daß solche, besonders wann es frühzei­tig und frisch gcbackcn genossen wird, der mensch.ichen Gesundheit höchst schädlich scyen, und die abscheulichste Wirkungen hervor- , auch endlich sogar den Tod zu­wege bringen; so hat man solches dem Pubiico hierdurch zur Nachnchi bekannt machen, und zugleich vor sothanem höchst verderblichen und schädlichen Mut­terkorn sich zu hüten, umhin keine Brod-- früchke, ehe und bevor solche von fei bis dem wohl gefeget und gänzlich gereini- ger worden, mahlen und backen zu las­sen , wohlmeinend warnen wollen» Gieß- sen den 28ten Julius 1803.

Bekanntmachungen»

1) Nachdem bei Oberamr des in den Schutz hieher gnadigsr reciplNen Juden Jacob