Ausgabe 
18.6.1803
 
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Des Raffers Justinian (des rö­mischen Gesezgebers ) Charakter

- und Regierung.

(Verfolg-)

Und welch? Greuel herrschten erst enter Der entheiligten Dienerschaft einer Religion, welche in ihrer ursprünglichen Gestalt, und nach der einfachsten lnatürr lichsten Anwendung, so vorzüglich ge­schickt war, eine unerschütterliche Grundfeste Der Wohlfahrt des Reichs zu werden ! Die morgenkandischeKirchewar durch die schnell auf einander folgenden Streitigkeiten der Arianer, Nestorianer, Eustathianer, Sabellianer, und wie die Ketzernamen sonst noch heißen ) gLnz- lrch zerrüttet. Nicht über das Wesent­liche der Religion, sondern über elende Spitzfindigkeiten, Worte und Redens­arten stritt man mir erbitterter Wuth. Eine Parthey verketzerte die andere und verfolgte sie, sobald ihr dazu Ge­walt gegeben ward. Manche Gtrei- rigkeiten waren blos Resultate heim, irch genahrterLeidenschaften des Stol­zes, der Habs und Herrschsucht, unt> dienten nur zum Vorwande, um unter dem falschen paniere des allein feligmachenden Glaubens, jenen un­gezügelten Leidenschaften Befriedi­gung zu verschaffen. Jede Parthei suchte sich den Hof durch Buhlerinnen und feile Schmeicheleien der Laster des Fürsten« gewogen zu machen. Je nach­dem dieß gelang, war bald die Ariant- sche oder Semiarianische, bald- die Nestorianische, oder die, zuletzt den Sieg erringende orthodoxe parthei, im Besitz hinlänglicher Gewalt, um die Andersdenkenden zu bedrücke» und zu »erfolgen.

Das Ansehen der Kaiser war bey der Abendländischen Kirche schon so sehe

gesunken, daß ihre Entscheidung von den herrschsüchtigen, römischen Bischoffen wenig mehr geachtet wurde. DaSSchwerdt entschied in den blutkgen Fehden, welche- Damasus und Ustcinius über denBe- fiß des römischen EtuhlcS führten. Of­fenbarer Zwiespalt der morgenländischea und abendländischen Kirche war dem Aus­bruche nahe. Der Patriarch von Kon­stantinopel wollte an Ansehen und Macht dem römischen Bischoffe nicht weichen, und die Kaiser, welche ihren Hof­theologen nicht gern abfieleu, vermoch­ten nicht, den unglücklichen Streit zu schlichten.

(Sortierung folgt.)

Bekanntmachungen.

l) Frevtags den agxen diese- Mor­gens roUhr, soll auf dahiesigem Rarh» Haus, das dem Burger und Wirth zur Sonne Georg Melchior Becker fen. zu« stehende Wohnhaus samt Scheuer, Stal­lung und Hausgarten auf dem SelzerS» weg, neben Lieutenant Neuling und Rothgerber Plank, sodann

z/4 Morgen 4 Ruten l Sch. Acker am Leihgesterner Weg, neben Raths- schöff Vogt, mit Korn besaamt, Schuldenhalben an den Meistbietenden verft ichen werden, so hierdurch zu Je­dermanns Nachricht bekannt gemacht wird. Giessen den LtenJnni 1803.

Fürst!. Hess. Oberamt dast Rayß.

a) Nachstehende den v. Schmalkal« derlschen Erben eigenthümlich zustehende Güler, welche bisher auf eine 9 jährige Leyhe verliehen gewesen sind, welche Leyhe aber mit diesem Jahr zu Ende ge­het, sollen mit Anfang nächsten Jahres auf weitere 9 Jahre öffentlich an de» meistbietenden unter den dtp der Verstei­

gerung