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Des Raffers Justinian (des römischen Gesezgebers ) Charakter
- und Regierung.
(Verfolg-)
Und welch? Greuel herrschten erst enter Der entheiligten Dienerschaft einer Religion, welche in ihrer ursprünglichen Gestalt, und nach der einfachsten lnatürr lichsten Anwendung, so vorzüglich geschickt war, — eine unerschütterliche Grundfeste Der Wohlfahrt des Reichs zu werden ! Die morgenkandischeKirchewar durch die schnell auf einander folgenden Streitigkeiten der Arianer, Nestorianer, Eustathianer, Sabellianer, und wie die Ketzernamen sonst noch heißen — ) gLnz- lrch zerrüttet. Nicht über das Wesentliche der Religion, sondern über elende Spitzfindigkeiten, Worte und Redensarten stritt man mir erbitterter Wuth. Eine Parthey verketzerte die andere — und verfolgte sie, sobald ihr dazu Gewalt gegeben ward. Manche Gtrei- rigkeiten waren blos Resultate heim, irch genahrterLeidenschaften des Stolzes, der Habs und Herrschsucht, — unt> dienten nur zum Vorwande, um unter dem falschen paniere des allein feligmachenden Glaubens, jenen ungezügelten Leidenschaften Befriedigung zu verschaffen. Jede Parthei suchte sich den Hof durch Buhlerinnen und feile Schmeicheleien der Laster des Fürsten« gewogen zu machen. Je nachdem dieß gelang, war bald die Ariant- sche oder Semiarianische, — bald- die Nestorianische, oder die, zuletzt den Sieg erringende — orthodoxe parthei, im Besitz hinlänglicher Gewalt, um die Andersdenkenden zu bedrücke» und zu »erfolgen.
Das Ansehen der Kaiser war bey der Abendländischen Kirche schon so sehe
gesunken, daß ihre Entscheidung von den herrschsüchtigen, römischen Bischoffen wenig mehr geachtet wurde. DaSSchwerdt entschied in den blutkgen Fehden, welche- Damasus und Ustcinius über denBe- fiß des römischen EtuhlcS führten. Offenbarer Zwiespalt der morgenländischea und abendländischen Kirche war dem Ausbruche nahe. Der Patriarch von Konstantinopel wollte an Ansehen und Macht dem römischen Bischoffe nicht weichen, — und die Kaiser, welche ihren Hoftheologen nicht gern abfieleu, vermochten nicht, den unglücklichen Streit zu schlichten.
(Sortierung folgt.)
Bekanntmachungen.
l) Frevtags den agxen diese- Morgens roUhr, soll auf dahiesigem Rarh» Haus, das dem Burger und Wirth zur Sonne Georg Melchior Becker fen. zu« stehende Wohnhaus samt Scheuer, Stallung und Hausgarten auf dem SelzerS» weg, neben Lieutenant Neuling und Rothgerber Plank, sodann
z/4 Morgen 4 Ruten l Sch. Acker am Leihgesterner Weg, neben Raths- schöff Vogt, mit Korn besaamt, Schuldenhalben an den Meistbietenden verft ichen werden, so hierdurch zu Jedermanns Nachricht bekannt gemacht wird. Giessen den LtenJnni 1803.
Fürst!. Hess. Oberamt dast Rayß.
a) Nachstehende den v. Schmalkal« derlschen Erben eigenthümlich zustehende Güler, welche bisher auf eine 9 jährige Leyhe verliehen gewesen sind, welche Leyhe aber mit diesem Jahr zu Ende gehet, sollen mit Anfang nächsten Jahres auf weitere 9 Jahre öffentlich an de» meistbietenden unter den dtp der Verstei
gerung


