Ausgabe 
3.9.1803
 
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Von natürlichen und künstlichen ver- besserungs-Mitteln der Wiesen.

( Verfolg. )

Die Esparcette kömmt in einem je­den Boden recht gut fort, und kann in einem Sommer drev und mehrmal ge- rnahet werden. S>e verlangt ein wohl, bereitetes gut gedüngtes Erdreich, und erhält sich da, wo sie einmal sieht, wohl zwanzig Jahre. Doch ist mir dem An­bau derselben die Unbequemlichkeit ver­bunden, daß sie die beyden ersten Jahre von allem Unkrauts rein gehalten wer, den muß, und daß sie zuletzt eine Menge so dicker und starker holzartiger Wurzeln im Lande zurücklaßt, daß kein Pflug sie durchschneiden kann, welche Wurzeln denn bey neuer Bestellung des Landes nicht ohne viele Kosten durch starke Leute herausgebracht werden müssen. Ob aber gleich die Ejparcette aus einem solchen Felde nach so vielen Jahren alle zu ih­rem Wachsrhume erforderlichen Salze herausgezogen hat, so soll es doch nach ei­ner zweyjährigen K'ornerndte schon wie­der von neuem damit bestellet werden können , welche Fähigkeit dem Felde mit.- getheilt seyn kann : p) durch das Aus ha­cken der Wurzeln, wobey der Boden un­gewöhnlich rief und locker gemacht werd, so daß Luft, Sonne und Regen ihre Wirkungen ausserordentlich stark in dem­selben haben äusser» können. 2) Durch das darauf erfolgte breymalige Pflügen dieses Landes zur Kvrnbestellung tm er­sten Jahre. 3) Durch den hineinge- brachten Dünger zu der zwoten Bestel­lung mir Getraide 4> Durch das wie­derholte Pflügen bey dieser zworen Be­stellung. 5) Durch das Pflügen zur neuen Bestellung mit Esparcerre; und 6 durch die in den Boden zerhauenen alten Wurzeln, welche ebenfalls einen guten Dünger abgeben.

Die Lucerne kömmt auf einem jeden tiefen Boden fort, und muß sehr dünne gesaer werden, weil sie sehr viele Sei- tenzweige treibet. Bald nachdem Auf­kommen wird sie gejätet, und bev dieser Arbeit die Pflanzen, wo sie zu dicke ste­hen, aufgezogen, |o daß jede Pflanze einen Raum, von sechs Zoll um sich her hat. DaS Gras ist ihr Feind, der sie verdränget, und wenn es sich zu einem Rasen verbreiten kann, so ist die ganze Erndte verloren Sie wird im Sommes 3 bis 4mal gemahet. DiebesteZeil dazu ist, wenn die Blumen anfangen aufzn- gehen. Wird sie aber früher geschnitten, so wächst sie auch desto geschwinder. Die Bereitung der Lucerne zum Heu erfodert viele Zeit und Mühe; denn wenn sie nicht recht trocken eingebracht wird, so wird sie reicht schimmelich oder gar faul, und steckt das bey ihr liegende Rauhsutler gleichfalls an.

Zu Heckse! geschnitten und mit Stroh tocrmeu^et, Faun sie mit großem 93oCe theil grün gefüttert werden, widrigen­falls aber kann sie dem Viehe leicht eine Ursache des Todes werden. Und man hat Erempel an Kühen, die mit diesem Kraute gefüttert worden und gestorben sind, daß in ihrem ersten Magen die Luc.rne wie ein Strang zusammen ge- drehet gewesen, und bis in die Gurgel hinauf geraget gefunden, weil es "das qiraut wahrscheinlich zu hitzig verschlun­gen , und nicht genug zerkauet gehabt hat, dadurch es bey dem Wiederkauen eine solche Gestalt bekommen hat. 93er/ sieht man die Lucerne nach einigen Jah­ren nut gutem Dünger, so soll sie sich 24 bis 30 Jahre erhalten. Alsdenn er­fordert auch die Herausbringung der harten und dicken Wurzeln ebenfalls viele Arbeit, weil sie sonst das Pflügen un­möglich machen würden.

(Der Verfolg künftig.)

Edik/