Ausgabe 
20.3.1802
 
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Aumfordisch- Suppen.

(Verfolg,)

3) Das klein gehakte Fleisch ver­mischt man Portionenweis mit den Brod- schnitten, legt es mit diesen in die Schüs­seln, und gieft nun die Suppe darauf: denn nie soll das Brod mit der Suppe kochen, ia diese darf nicht einmal lang darüber stehen. Ist das Brod in But­ter, Spek, oder Fett geröstet, so ist es desto bester: denn es macht alsdann das Kauen nöthig, und dies befördert die Verdauung sehr kräftig, auch verlängert es die Dauer des Genusses beim Essen. Eln Umstand der bei der Ernährung des Körpers von Wichtigkeit ist.

4) Aber eben weil das Fleisch klein gehakt wird, vermischt man es mit einer lhärrern Substanz, Klösen, gebratenem Brobrc , um die zum Kauen nöthige Zeit zu verlängern.

5) Die Klöse macht man aus ge­haktem geräuchertem Rindfleisch, Schin­ken , oder gesalzenen oder geräucherten klein gehasten Fischen, Leber n. d. die man mit Kartoffeln, geriebenem Brod, Semmelmehl rc. zu Klösen bildet.

6) Unsere besten Suppenkräuter sind: Dragon, Petersilie, Kerbel, Lauch, Ba- silie, Portulak, Beete, Spinat, Sauer­ampfer, Tngmadam, Weiskohl, die sich für den Winter (wo auch Sauerkraut genommen werden kann,) nach Eisens Methode leicht dürren und aufbewahren lassen

7) Unsere Supp en wurzeln sind: Möhren, Sellerie, Petersilie, Zwiebel, Schwarzwurz, Haferwnrz.

8) Das Gewürz besteht in Salz, Pfeffer und Essig.

9) Das Kochen muß vom Anfang dis zum Ende so geling als möglich ge-

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sch eh en, und wenn es möglich wäre, die Suppe immer geradeaus den Siedpunct, ( vhue sie Blasen treiben zu lassen ), zu erhalten, so würde dieses das Veste seyn.

10) Um zu verhüten, daß die Suppe nicht anbrenne, haben die Kessel eine» doppelten Bodens

11) Sobald sie im Münchener Ar­beitshaus des Abends geleert sind, wer­den sie wieder mit Wasser angefüllt, und die Perlgraupen für den andern Tag hin- eingethan. Man läft das Wasser gerade einmal aufkochen, verschlieft sodann die Thüre des Aschenlochs und den Schorn- ftein, deckt eine dicke wollene Decke auf den Decket der Kessel, und lüft sie so bis des andern Morgens ftehen.

Der Heerd ift ein verschlossener Koch- heerd. Den Pariser Kochbeerd findet man agebildet und beschrieben in UotgtG Magazin S. 252. Indessen finde ich den durchlöcherten daselbst abgebildeten De­ckel gar nicht nöthig, es kann ein ge­wöhnlicher Deckel seyn, der aber wegge- nontmen wird, sobald der Siedepunct ein- tritt, und dann kann man (ohne De­ckel ) das genau passende unten wie ein Seiher durchgeschlagene Gefäß mit Kar­toffeln , das in jener Zeichnung mit vor­gestellt ift, darauf setzen.

(Fortsezzung folgt )

Bekanntmachungen.

1) Zu Fronhausen an der Lahn, vhn- weit Marburg und Giesen, soll ein klei­nes Landgut!), worauf im leztern Ter­min erst 3263 fL überhaupt geboten wor­den , nochmals, aus freyer Hand, feil geboten werden.

Es hassten auf demselben bloß die gewöhnliche Herrn- und Dorfs - Be­schwerden , hat neue und andere einge­richtete Wohn - such ökonomische Ge­bäude,