Ausgabe 
20.2.1802
 
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Vom Essigmachen.

( Verfolg.)

Es nehmen einige ein Stückchen Sauerteig , etwa einer guten Faust groß, rnischen gestossenen spanischen Pfeffer und einen Löffel voll Honig darunter, und werfen es in das Faß. Andere nehmen die Kerne von den ausgekelterten oder tmsgepreßr-»n Weinbeeren, zerreiben und legen sie öfters in recht scharfen Wein­essig, lassen sie aber jedesmal zuvor wie­der trocknen, und hangen sie sodann in den Wein. Oder sie schütten gröbUch zerstossenen Weinstein in guten scharfen Weinessig, lassen ihn 9 bis io Tage darin liegen, und wiederum an der Sonne trocknen. Wenn der Weinstein alsdann recht trocken »st , legen sie ihn übermal 10 Tage in den Essig, trocknen ihn wie zu­vor, wiederholen solches zum drittenmal, und heben ihn also auf zum nörhigen Ge­brauch. Wenn man nun den Essig ver­gärten will, hängt man ein Viertelpfund solches Weinsteins ins Faß, so wird die­ses Mittel zur Verbesserung und rechter Schärfedes Essigs nicht wenig beitragen.

Auf eine andere Art bereitet man Weinessig, wenn man abstehenden oder dein Verderben nahen Wein bis auf die Hälfte einsiedet, ihn fleisig ab schäumet, ein paar Händevoll Salz und etwas ge­gossenen Pfeffer hinzuthut, ihn hernach in Fässer füllet, und sie 10 bis 12 Tage 4U> der Sonne oder sonst einem warmen Orte mit halb eröffnetem Spunde stehen läßt. Ganz verdorbener Wein aber giebr leinen Essig.

Es sind noch mancherlei Anfttzungs- rnittel des Weinessigs bekannt, da man z. E. ein Stück Gerstenbrod, Mangolt- wnrzel , das Mark oder den Kern von Epheu, große Rosinen u. s. f. in den augesetzten Wein hrneinthut, wie dann ckuch emige glühende Eisen oder Stahl

5 bis 6 mal in dem Essige auslöfchen, um ihn dadurch scharf zu machen.

(Fortsezzuug folgt.)

Bekanntmachungen.

1) Nachdeme des verstorbenen Bur­ger und Becker Johann Friedrich Völ­kers Kinder freiwillig entschlossen sind, ihr Wohnhaus auf dem Selzersweg, neben Hrn. Oeconomuö Fischer und Daniel Müller, sodann

3A Morgen, 6 Rur. 6 1/2 Sch. Gar­ren am Mühlweg, neben Hrn. Post­meister Kempf und Balthasar Fiert, öffentlich an den Meistbietenden verstrei­chen zu lassen, wozu Termin auf Dien­stag den 2zren dieses, Morgends 10 Uhr, auf dahiesigem Rathhaus anberaumet worden, als können diejenige, welche mitzustreichen gesonnen sind, sich als­dann daleibst einsinden. Gresen de» luten Febr. 1802.

Fürst!. Hess. Oberamt das.

R a y ß.

2) Mittwochen den 24^» dieses, Morgends ro Uhr, soll auf dahiesigem Rathhaus das von dem verstorbenen Bur­ger und Schuhmacher Johann Adam Matern hinterlassene Viertel Wohnhaus, in der Neustadt an Johann Philipp Ockek, sodann 1^4 Morgen Acker am Erofdorfer Weg, bei dem Kirichbrunnen, neben Die­terich Müller und Adam Linnestruth, öf­fentlich an den Meistbietenden verstrichen werden, so hierdurch öffentlich bekannt gemacht wird. Giesen den 9ten Februar I8O2.

Fürstl. Hess. Oberamt das. Rayß.

3) Nachdem die Ehefrau deS in den dahiesigen Fürst!. Schutz aufgenom- meuen Juden Herz Löb, Jüdin Hen- nel, auf geschehene» Vorhalt die aus- drück-